Zeichen der Zeit erkannt

Förderbescheide und Lob vom Minister für rasches Anstellen an den Fördertöpfen für den Breitbandausbau (von links): Bürgermeister Uli Roth, Krummennaab; Bürgermeister Werner Prucker, Reuth bei Erbendorf; Minister Markus Söder, Staatssekretär Albert Füracker und Bürgermeister Hans Donko, Erbendorf. Bild: den
Lokales
Erbendorf
06.11.2014
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Sie haben schnell reagiert und dürfen sich nun freuen. Förderbescheide für den Breitbandausbau gab's für die bayerischen Kommunen, die sich rasch an den Fördertöpfen anstellten - und Lob von Minister Markus Söder obendrein.

Das ließ sich Finanzminister Markus Söder nicht nehmen: Bei einer Feierstunde im Heimatministerium in Nürnberg überreichte er zum zweiten Mal höchstpersönlich an eine Reihe von Kommunen aus ganz Bayern die Förderbescheide für den Breitband-Ausbau, darunter die Stadt Erbendorf und die Gemeinden Krummennaab und Reuth.

"Sie sind Vorreiter"

Der Minister betonte, dass gerade in Bayern rund 1,5 Milliarden Euro in den kommenden Jahren in den Netzausbau und eine möglichst flächendeckende Glasfasererschließung investiert würden. Alle heute anwesenden Kommunen seien Vorreiter, da sie den jetzt noch neunstufigen Förderprozess schon erfolgreich durchlaufen hätten. Von den 2056 Gemeinden in Bayern seien sie unter den ersten 134.

Söder lobte, dass die geförderten Gemeinden die Zeichen der Zeit erkannt und alle notwendigen Weichen schnell und effizient gestellt hätten. Insgesamt wurden an diesem Tag Fördergelder in Höhe von 17,8 Millionen Euro an die anwesenden Bürgermeister und Breitbandpaten ausgeschüttet.

Erbendorf freut sich über eine maximale Fördersumme von 890 000 Euro. In einem demnächst folgenden Ausbauschritt sollen Wildenreuth (Telekom) und das Industriegebiet Schleifmühl (Kabel Deutschland) ans schnelle Internet angebunden werden (wir berichteten). Zur Deckung der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke in Höhe von rund 490 000 Euro erhält die Stadt Erbendorf 90 Prozent Förderung, also 441 000 Euro. Der von der Stadt zu erbringende Eigenanteil liege bei rund 49 000 Euro.

Eine ähnlich hohe Förderung mit einer Quote von ebenfalls 90 Prozent erhält die Gemeinde Reuth bei Erbendorf. Hier sollen die Ortsteile Premenreuth, Reuth, Röthenbach, Escheldorf und Letten durch die Telekom als Netzbetreiber mit Glasfasertechnologie versorgt werden. Die Kosten liegen bei rund 442 000 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde bei 44 225 Euro. Maximal könnte Reuth auf einen Förderbetrag von 810 000 Euro zurückgreifen.

Die Gemeinde Krummennaab profitiert zunächst mit den Ortsteilen Thumsenreuth und Kohlbühl vom Glasfaserausbau durch die Telekom. Allerdings erhält Krummennaab nur eine Förderquote von 80 Prozent. Für die Gesamtinvestition in Höhe von rund 97 000 Euro erhält Krummennaab 72 200 Euro an Förderung, knapp 25 000 Euro sind hier an Eigenmitteln aufzubringen. Krummennaab kann aber über einen Gesamtförderbetrag in Höhe von 790 000 Euro verfügen.

Uli Roth enttäuscht

Bei aller Freude über die ausgelobte Förderung zeigte sich Bürgermeister Uli Roth bei der jüngsten Gemeinderatssitzung aber enttäuscht darüber, dass Krummennaab aufgrund seiner niedrigeren Verschuldungsquote jetzt mit "nur" 80 Prozent berücksichtigt worden sei (wir berichteten). Bezogen auf die gesamte förderfähige Summe müsse Krummennaab dadurch immerhin fast 40 000 Euro mehr an Eigenmitteln aufbringen als die Nachbargemeinden.

"Startgeld Netz" abgerufen

Die bislang nicht voll ausgeschöpften Förderhöchstmittel können für spätere Erschließungsprojekte verwendet werden. Alle drei Kommunen haben entsprechende Verträge mit den künftigen Netzbetreibern schon unterschrieben. Außerdem haben sie das sogenannte "Startgeld Netz" in Höhe von 5000 Euro abgerufen, um die Planungs- und Ausschreibungskosten zu decken.
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