Zu Adolph Kolping aufsehen

Bischof em. Wilhelm Schraml (Mitte) feierte den Festgottesdienst zum Kolpingjubiläum mit Diözesanpräses Stefan Wissel (links) und Pfarrer Martin Besold (zweite Reihe, Zweiter von rechts). Bilder: njn (2)
Lokales
Erbendorf
21.04.2015
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"Ich freue mich sehr, mit ihnen das 110-jährige Bestehen der Kolpingsfamilie zu feiern. Wir tun das hier im Gotteshaus, denn hier wurde einmal der Anfang gemacht." Das sagte der Ehrenbürger Wilhelm Schraml beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt.

Der emeritierte Bischof war Ehrengast bei dieser besonderen Jubiläumsmesse, die ein eigens zusammengestellter Projektchor gesanglich und instrumental unter Leitung von Veronika Hille und Regina Herrmann umrahmte. Nach dem feierlichen Einzug der Fahnenabordnungen des Jubelvereins sowie zahlreicher Kolpingvereine und der örtlichen Gruppierungen, die alle im Altarraum der Kirche Aufstellung nahmen, begrüßte Pfarrer Martin Besold Bischof em. Wilhlem Schraml sowie den Diözesanpräses der Kolpingsfamilien im Bistum Regensburg, Stefan Wissel, der ebenfalls den Gottesdienst mitfeierte.

"Hier wurde einmal der Anfang gemacht." Mit diesen Worten begann Schraml seine Festpredigt. Er machte deutlich, dass hier an diesem Ort die damaligen Mitglieder des Gesellenvereins mit den Gaben des Heils beschenkt wurden. "Hier wurden sie im Glauben gestärkt und in die Welt gesandt." Schraml machte deutlich, was ihre Welt war. "Ihre Welt war die Familie, der Arbeitsplatz und die Welt des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens." In dieser Welt haben sie nach dem Vorbild Adolph Kolpings das Zeugnis des Glaubens an Jesus Christus erfahrbar werden lassen.

"Zeiten großer Not"

"Es waren Zeiten großer Not, und die Gründungsväter sind uns bereits vorausgegangen", so Schraml. "Im Glauben schlagen wir heute die Brücke zu ihnen." Ein Kerngedanke Kolpings sei, dass Jesus Christus der Heiland der Welt, Sohn Gottes und deshalb der wahrhaft alleingültige Retter sei. "Das ist und bleibt die Grundlage des gesamten Christentums."

Beängstigend ist für den Bischof die Entwicklungen bei den verschiedenen Meinungen vom Sinn des Lebens, "die angeboten werden wie in einem Supermarkt." Die Folge sei, dass der Mensch den Boden unter seinen Füssen verliere, weil er nicht mehr wisse, wohin es geht. "Wenn der Glaube an Christus in unserem Leben nicht mehr die ruhende und stärkende Mitte ist, dann muss der Mensch umso hastiger nach dem Leben greifen", zitierte Bischof Schraml den seligen Adolph Kolping, dem der Würdenträger brennende Aktualität bescheinigte. Die Worte Kolpings seien ein verpflichtendes Erbe. "Lasst euch messen an seiner Glaubenskraft." "Jeder Mensch, der christlich lebt, verändert die Welt." Diese Worte von Papst Johannes Paul II. am Kolping-Grab in Köln 1980 griff Schraml auf und mahnte, diese nicht zu vergessen. Er forderte die Gläubigenn auf, Mut zu beweisen und sich zu Christus und seiner Kirche zu bekennen. "Sonst bleiben wir nur erbärmliche Karikaturen, mit denen man die heilbringenden Konturen des Evangeliums nicht in die Zeit zeichnen kann", so der Bischof. "Tut nach Kräften das Beste, und Gott wird das nicht ohne Segen lassen. Denn die Zukunft gehört den Mutigen."

Gaben zum Altar

In der heiligen Messe, die Bischof Schraml zusammen mit Pfarrer Martin Besold und Diözesanpräses Stefan Wissel zelebrierte, brachten die Mitglieder der Kolpingsfamilie die Gaben zum Altar. Sie symbolisierten die Themenbereiche der Kolpingsarbeit. So standen Gebetbücher für den Glauben, eine Hochzeitskerze für Ehe und Familie, Schuhleisten symbolisierten den Beruf und das Grundgesetz die Politik.

Pfarrer Besold sprach allen seinen Dank aus, die in irgendeiner Form an der Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt gewesen waren. Im Anschluss formierte sich vor der Kirche ein Festzug, der unter den Klängen der Stadtkapelle zum Kolpinghaus zog. Dort fand die Festveranstaltung statt (Bericht folgt).
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