Freie Wähler und sozialdemokratische Damen organisieren Diskussionsabend mit Experten zum Thema ...
Drogenproblem ganz fest im Auge behalten

Das Team der Initiative "Need no Speed", (von links) Andrea Maier, Kriminaloberrat Thomas Bauer, Theresa Sowa und Gerhard Krones. Bild: njn
Politik
Erbendorf
02.11.2016
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"Need no Speed." Unter diesem Motto hatten die Freien Wähler und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) zu einem Diskussionsabend in die Stadthalle eingeladen. Vertreter der Initiative aus Weiden klärten über Drogen auf und diskutierten mit den Teilnehmern. Fazit: Bei Jugendlichen liegt der Ansatz zur Prävention in der Familie.

Kriminaloberrat Thomas Bauer, der ehemalige Leiter der Caritas-Suchtambulanz in Weiden, Gerhard Krones, sowie die Mitarbeiterin vom Jugendzentrum Weiden, Theresa Sowa, und Andrea Maier von der Regionalen Präventionsstelle freuten sich über eine angenehme Diskussions-Atmosphäre mit 50 Gästen.

Wie Bauer ausführte, sei es zur Gründung der Initiative "Need no Speed" durch einen RTL-Bericht 2011 über Weiden als "Crystal-Stadt" gekommen. "2012 haben sich Polizei und Vertreter der Weidener Jugendarbeit zusammengefunden."

Seither ist die Initiative mit Elternarbeit nicht nur in Deutschland sondern auch in Tschechien unterwegs und stößt Schulprojekte an.

"Beiderseits ist die gleiche Problematik zu finden", so der Chef der Weidener Kripo. "Nicht nur Kinder brauchen Hilfe, sondern auch die Eltern." In der nördlichen Oberpfalz sprach Bauer von rund 700 Drogendelikten. Hinzu käme eine gewisse Dunkelziffer. Deshalb könne nicht zwingend von einer Hochburg gesprochen werden. Doch Tatsache sei, dass das Drogenproblem bereits vor der eigenen Haustüre beginne.

"Die Neigung zum Drogenkonsum bei Jugendlichen steigt, wenn sich das familiäre Umfeld nicht mitentwickelt", wusste Gerhard Krones. Es gebe derzeit zu wenig Unterstützung für Familien. "In der Familie stimmt die Atmosphäre nicht und der Kontakt zum Kind geht verloren."

Das gerade Crystal konsumiert werde, liege am günstigen Preis und zur Nähe nach Tschechien. Doch von einer Schuldzuweisung auf deutsche oder tschechische Seite sah Krones ab. "Es ist kein Grenzproblem", so der Fachmann. "Vielmehr brauchen wir hier eine europäische Lösung", sagte er in Richtung Politik. Aus der täglichen Arbeit konnte Jugendarbeiterin Theresa Sowa feststellen, dass Alternativen zu Drogen geschaffen werden müssen. "Gespräche sind dabei sehr wichtig." Bei der Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen müssten die Eltern an einem Strang ziehen. Doch gerade heute fehle oft die Zeit zum Gespräch. "Wir brauchen eine Entschleunigung."

Das Resümee von zweieinhalb Stunden Diskussion: Auch vor Ort gibt es ein Drogenproblem. Aufklärung und Information sind deshalb besonders wichtig. Die Politik sei ebenso gefordert wie die Gesellschaft. Die Vorsitzenden der Freien Wähler und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Rolf Hanauer und Christine Trenner, stellten fest, dass diesem Abend weitere Schritt folgen müssen.
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