Mini-Job großes Problem

Podiumsdiskussion in der Stadthalle beim Frauen-Infotag. Die Gesprächspartner waren (von links) AWO-Geschäftsführerin Angelika Würner und Stellvertreterin Sabine Kirchmann, Claudia Wildenauer-Fischer von der Arbeitsagentur, DGB-Rentenexperte Peter Hofmann und Moderator Siegfried Bühner. Bild: njn
Politik
Erbendorf
01.08.2016
160
0

"Ein Mini-Job ist keine Dauerlösung." Das war das Fazit der Podiumsdiskussion zu den Vor- und Nachteilen solcher Beschäftigungsverhältnisse beim Frauen-Infotag in der Erbendorfer Stadthalle. Der frühere Leiter der Agentur für Arbeit in Weiden, Siegfried Bühner, moderierte die Veranstaltung.

Gut eine Stunde lang wurde in einem Frage- und Antwortspiel auf das Thema Mini-Job eingegangen. Dabei waren Claudia Wildenauer-Fischer von der Agentur für Arbeit aus Weiden, DGB-Regionssekretär Peter Hofmann sowie die Geschäftsführerin und ihre Stellvertreterin der AWO Mitterteich, Angelika Würner und Sabine Kirchmann.

Nach den Worten Bühners sei derzeit von fünf Arbeitsplätzen einer im Mindestlohnbereich. Besonders hob er hervor, dass gerade hier der große Frauenanteil kein Zufall sei. "Zum einen fordert der DGB die Umwandlung von Mini-Jobs in reguläre Arbeitsverhältnisse, auf der anderen Seite können Arbeitgeber mit MiniJobs flexibel auf ein Auftragshoch und -tief reagieren", so der Moderator.

Claudia Wildenauer-Fischer merkte an, dass Menschen ihr Arbeitslosengeld mit Mini-Jobs aufstocken, für andere sei der Mini-Job ein Einstieg, um einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu erhalten. Auch AWO-Geschäftsführerin Angelika Würner sah den Mini-Job nur als "kurzfristigen Einstieg ins Arbeitsleben".

Keine Absicherung


"Mini-Jobs verschaffen ein Stück weit Sicherheit", stellte DGB-Rentenexperte und Regionssekretär Peter Hofmann fest. "Aber ein Mini-Job auf Dauer, da ist unter Umständen der Absturz in Hartz IV vorprogrammiert." Wie er weiter ausführte, könne mit 300 Euro monatlich eine monatliche Rente von 1,69 Euro aufgebaut werden. "Da brauchen wir nicht von einer Absicherung sprechen."

Bei den Mini-Jobs sei nicht nur die Rente ein Problem, sondern auch die Krankenkasse. Die stellvertretende Geschäftsführerin und Personalchefin der AWO, Sabine Kirchmann, bestätigte aus der Praxis, dass nach sechs Wochen Krankheitsfall der Mini-Jobber kein Geld mehr bekomme. "Im Geschäftsbetrieb ist der Mini-Jobber auch eine Stundenfrage", stellte sie fest. "Eine Stunde über dem Rahmen, dann ist er voll sozialversicherungspflichtig."

Würner forderte anstelle von Mini-Jobs flexiblere Arbeitsplätze, die vor allem mit der Kindererziehung in Einklang gebracht werden können. Wildenauer-Fischer von der Agentur für Arbeit informierte, dass die Arbeitsagentur auch Unternehmer unterstütze, die beispielsweise Mini-Jobs in eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung umwandeln möchten. "Fragen sie das Arbeitsamt."

Stärke beweisen


"Wir Arbeitgeber sind gefordert, dass unsere Frauen und Mütter die Chance haben, wieder zu arbeiten", stellte Angelika Würner fest. "Frauen bleibt stark, wir müssen das hinkriegen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Mini-Job Erbendorf (1)Diskussion Mini-Job (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.