Markus Frischholz gewinnt gegen Bernhard Schmid
Schach-Krimi mit Happy End

Sport
Erbendorf
03.03.2016
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In einem spannenden Spiel setzte sich Markus Frischholz gegen Bernhard Schmid durch. Er hat nun die Chance, ins Finale der Oberpfälzer Schach-Pokalmeisterschaft zu kommen.

Erbendorf/Regensburg. Ein Schachspieler des Schachclubs, Dr. Markus Frischholz, ist im Halbfinale des Oberpfalz-Pokals. Nach einem knapp fünfstündigen Kampf erreichte er das Halbfinale der Oberpfälzer Schach-Pokalmeisterschaft. Er setzte sich gegen Bernhard Schmid vom SV Sinzing durch. Die Entscheidung fiel erst im Tiebreak.

Zunächst erwischte Frischholz einen guten Start in die Partie. Bereits in der Eröffnung erarbeitete er sich leichten Vorteil. In dieser Situation versuchte der Erbendorfer, durch eine forcierte Variante seinen Vorteil zu vergrößern. Doch sein Gegner entdeckte einen Zwischenzug, der alle Bemühungen zunichtemachte. Achließlich fand sich Frischholz in einer schlechten Stellung wieder. Alles schien auf einen schnellen Sieg des Regensburgers hinauszulaufen, der die letzten drei Partien gegen durchwegs starke Gegner gewonnen hatte. Doch der Erbendorfer mobilisierte alle Kräfte und kämpfte verbissen weiter. Als Schmid jedoch eine Stunde später eine Figur gewann, schien das materielle Übergewicht erdrückend. In dieser scheinbar aussichtslosen Situation setzte Frischholz alles auf eine Karte und startete einen Gegenangriff auf den König.

Tiebreak im Blitzmodus


Und tatsächlich gelang es Frischholz, eine giftige Mattdrohung aufzustellen. Das überraschte und verunsicherte Schmid, dem es in der Folge nicht gelang die richtige Erwiderung zu finden. Mit nur noch drei Minuten Restbedenkzeit entschied sich der Regensburger dazu, auf Nummer sicher zu gehen und wickelte ins Remis ab.

Nun kam es zum Herzschlagfinale. Da die Oberpfälzer Pokalmeisterschaft - im Gegensatz zur Einzelmeisterschaft - im K.o.-System ausgetragen wird, musste ein Tiebreak gespielt werden. Dieser wird im Blitzmodus durchgeführt. Dabei gelten für eine Partie verschärfte Regeln und eine stark verkürzte Bedenkzeit. Anstatt der üblichen drei Stunden hat jeder Spieler nur fünf Minuten für die gesamte Partie zur Verfügung. Sobald ein Spieler eine dieser Kurzpartien gewinnt, ist er für die nächste Runde qualifiziert. Diese Situation lässt sich mit dem Elfmeterschießen im Fußball vergleichen, bei dem jeder Fehlschuss das Ausscheiden bedeuten kann.

"Ich ging mit einem guten Gefühl in den Tiebreak, denn ich hatte ein paar Tage zuvor bei unserem Clubabend mit Wolfgang Hoffmann einige Stunden lang Blitzpartien trainiert", so Frischholz. "Außerdem war das psychologische Momentum eindeutig auf meiner Seite, schließlich hatte mein Gegner den Sieg schon vor Augen gehabt."

Darum überrascht es vielleicht auch nicht, dass die Entscheidungspartie eine einseitige Sache wurde. Während der Erbendorfer konzentriert und schnell solide Eröffnungszüge spielte, gelang es Schmid einfach nicht, sich auf den geänderten Zeitmodus umzustellen. Immer wieder verbrauchte er zu viel Zeit und hatte so beim Übergang zum Mittelspiel nur noch zwei Minuten übrig, während Frischholz noch nicht einmal eine Minute verbraucht hatte. In dieser kritischen Situation startete Schmid eine verzweifelte Offensive. Doch der Erbendorfer reagierte kaltschnäuzig, ließ seinen Gegner ins offene Messer laufen und gewann die Dame. Angesichts dieser ausweglosen Lage gab sich der Regensburger geschlagen und die Partie endete schon nach 20 Zügen.

Chancen aufs Finale


Damit qualifiziert sich Frischholz dank großem Kampfgeist für die Runde der letzten Vier. Hier warten mit dem Titelverteidiger Helmut Kreuzer aus Kelheim und dem letztjährigen Oberpfalzmeister Cedric Oberhofer aus Regensburg zwei absolute Topspieler. Der vierte Teilnehmer steht noch nicht fest. Sollte der Erbendorfer im Halbfinale mit dem gleichen Kampfgeist ans Werk gehen, ist ein Finaleinzug nicht ausgeschlossen. Als Lohn winkt dem Turniersieger die Qualifikation zur Bayerischen Pokalmeisterschaft.
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