100 Landwirte bei "Hofübergabe"
Großes Interesse bei Seminar des Bauernverbandes

Wichtig ist, dass sowohl die Übergeber als auch die Übernehmer ganz offen mit allen Beteiligten reden müssen.
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Erbendorf
08.02.2016
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Wildenreuth. Das Interesse am Seminar des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) zum Thema Hofübergabe war überwältigend. Knapp über 100 Landwirte kamen ins Gasthaus Bayer, um Informationen zur Übergabe eines landwirtschaftlichen Betriebs zu erhalten. Angeboten wurde das eintätige Seminar von den Kreisverbänden Neustadt/Waldnaab und Tirschenreuth.

Kreisobmann Josef Fütterer freute sich über das riesige Interesse an diesem Thema. Die Generationenfolgeberater Ulrich Härtl und Klaus Gieler betrachteten die Hofübergabe aus menschlicher Sicht und zeigten Konfliktpotenziale auf. "Wichtig ist, dass sowohl die Übergeber als auch die Übernehmer ganz offen mit allen Beteiligten reden müssen", merkte Härtl an.

Wie Konflikte gelöst werden können, darauf ging die Mediatorin Barbara Berger von der BBV-Hauptgeschäftsstelle Oberpfalz ein. "Denn die Erwartungen aller Beteiligungen gehen bei der Vorbereitung der Übergabe meist weit auseinander", wusste sie.

Zur Gestaltung des Hofübergabevertrages referierte Rechtsanwalt Hermann Schopf, Fachanwalt für Agrarrecht des BBV. Er ging auch auf die verschiedenen Ehegüterrechte wie gesetzlicher Güterstand, die Gütergemeinschaft und Gütertrennung ein.

Zu den Hofübergabeverträgen führte der Fachanwalt aus, dass wichtige Punkte der Altenteil, die Abfindung der weichenden Erben sowie der Übergang und die Nachfolgeregelung bei Tod seien. Wichtig sei, dass sämtliche Kinder bei der Ausgestaltung des Übergabevertrags mit einbezogen werden. Versicherungsfachwirt Josef Ram vom BBV-Service sprach die wichtigsten Versicherungen beim landwirtschaftlichen Betrieb an. "Besonders für den Übernehmenden ist es wichtig, bereits während der Ausarbeitung des Übergabevertrags auch einen Versicherungscheck durchzuführen", sagte Ram. "Es sind bei Neuordnung von Verträgen auch einige Beitragseinsparungen mit drinnen." Den Teilnehmern brachte er sowohl die notwendigen betrieblichen als auch privaten Versicherungen für den Übernehmer und den Übergeber näher.

Hans Kreckl, Steuerberater beim BBV-Beratungsdienst, führte die Hofübergabe aus steuerlicher Sicht an. Die Abschlussrunde nach dem informationsreichen Seminar moderierte Kreisobmann Ely Eibisch.
Wichtig ist, dass sowohl die Übergeber als auch die Übernehmer ganz offen mit allen Beteiligten reden müssen.Ulrich Härtl, Geschäftsführer des BBV Tirschenreuth und Generationenfolgeberater
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