Arbeiten zur Windforschung im Hessenreuther Wald abgeschlossen
Investoren stehen bereit

Zufrieden mit den Messergebnissen im Waldgebiet "Silberschlag" sind (von links) Thomas Arnold (TÜV Süd), Richard Mark Leighton-Myles (NES), Mariella Schubert (4initia), Birgit Grünbauer (NES), Johannes von Hippel (Grundstückseigentümer) und Bernhard Schmidt (Geschäftsführer NEW eG). Bild: njn
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Erbendorf
14.04.2016
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Die Arbeiten zur Windforschung im Hessenreuther Wald sind abgeschlossen. "Der Mast lieferte sehr gute Daten", stellte Birgit Grünbauer von der Firma NES fest. Nun ist die Gerätschaft wieder abgebaut. War das jetzt der erste Schritt zu Windrädern?

(njn/man) Es war kalt, und der Wind blies kräftig, als die Verantwortlichen einen letzten Blick auf den gut 140 Meter hohen Masten warfen, der in den vergangenen vier Jahren gut funktioniert hat. Standort war seit 2012 im Waldgebiet "Silberschlag" ein Areal von Johannes von Hippel. Jetzt werden die Messergebnisse zur Windhöffigkeit ausgewertet.

Bereits seit 2010 gab es Überlegungen, im Waldgebiet westlich von Erbendorf die Kraft des Windes zu nutzen und Windräder zu errichten. Die Erbendorfer Firma NES hat seither viel Arbeit und Zeit aufgewendet, um im Bereich Windenergie umfangreiches Datenmaterial zu sammeln. "Nach ersten Versuchen, die Wind-Daten aus der näheren Umgebung von Wetterstation und bestehenden Windkraftanlagen zu bekommen, kam schnell die Entscheidung, dass für eine Investition im Bereich Windenergie weitere Daten gesammelt werden müssen", sagten Birgit Grünbauer und Albert Nikol, zwei der Geschäftsführer der Firma.

Zusammen mit der TÜV Süd Industrie Service GmbH, Abteilung Wind Cert Services, aus Regensburg wurde dann im Jahr 2011 die Idee zu Windmessungen über Waldgebieten umgesetzt. Die Planungen für einen Windmessmast begannen. So wurden auf verschiedenen Höhen zwischen 60 und 140 Meter Messinstrumente wie Anemometer (Windgeschwindigkeitsmesser), Windfahnen, Hygrometer (Luftfeuchtigkeit - wichtig für die Bestimmung des Eisansatzes), Luftdrucksensoren sowie Thermometer angebracht. "Wir sind stolz auf die Ergebnisse", stimmten die Verantwortlichen überein. "Mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von knapp sieben Metern pro Sekunde ist dies ein sehr guter Standort", bestätigte Thomas Arnold, Gruppenleiter Windmessungen des TÜV Süd.

Chinesen ganz angetan


Die jetzt abgeschlossene, aufwendige Messkampagne erzeugte sogar internationales Interesse. So wurde auf der Windmesse EWEA in Barcelona 2014 über den speziellen Windmessmast in Bayern berichtet. Auch eine 15-köpfige Delegation aus China besuchte im Januar 2015 die Messeinrichtung bei Erbendorf und war sehr angetan. Im Nachgang zum Abschluss der Messarbeiten werden jetzt die gesammelten Daten beim TÜV Süd in Regensburg aufbereitet.

Für die "NEW - Neuen Energien West eG" aus Grafenwöhr freute sich Geschäftsführer Bernhard Schmidt über die guten Messdaten. Zusammen mit der "Bürgerenergiegenossenschaft West eG", ebenfalls Grafenwöhr, besteht großes Interesse, in die geplanten Windräder zu investieren.

Zusammen mit der Firma "4inita" wurden jetzt zunächst einmal die "Bauantragsordner zum Vollzug des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zur Prüfung auf Vollständigkeit" beim Landratsamt in Tirschenreuth eingereicht. (Hintergrund)
Mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von knapp sieben Metern pro Sekunde ist dies ein sehr guter Standort.Thomas Arnold, TÜV Süd.
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