Auf Jungfernfahrt
Startschuss für Vier-Sterne-Hotel

Als Überraschung überreichte Bürgermeister Hans Donko (Zweiter von links) eine Flagge aus Edelstahl an Betreiber Martin Weiß (verdeckt). Mit auf dem Bild (von links) Anne Petrick, dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl, zweiter Bürgermeister Johannes Reger, Bezirksrat Toni Dutz, Landrat Wolfgang Lippert und Landtagsabgeordneter Tobias Reiß.
Vermischtes
Erbendorf
21.03.2016
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Es ist einmalig, dass eine Kommune ein solches Projekt angeht.

"Von der Kofferfabrik zum Kreuzfahrtschiff - welch' geniale Idee." Diese Lobeshymne sang Landrat Wolfgang Lippert bei der Eröffnung des Aribo-Hotels in Erbendorf. Geladene Gäste feierten am Freitagabend ein "Leuchtturmprojekt", das acht Millionen Euro gekostet hat.

Für Martin Weiß, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft für Freizeit- und Hotel-Einrichtungen, ist das Vier-Sterne-Haus "ein Projekt, das Maßstäbe setzt und das jetzt auf Jungfernfahrt geht". Weiß würdigte das Interesse der Bevölkerung: "Seitdem in der Zeitung gestanden hat, dass wir eröffnen, sind wir von der Resonanz überrascht. Teilweise war das Hotel so überlaufen, dass die Mitarbeiter einschreiten mussten."

Im Sommer wird das einem Kreuzfahrtschiff nachempfundene Hotel "getauft". Verbunden soll das Ereignis mit einem Tag der offenen Tür werden. Gerd Schönfelder hat seine Patenschaft bereits zugesagt. Er darf dann auch stilecht eine Sektflasche an die Wand werfen.

Alte Schulfreunde


Zu den Gästen im "Pfalzgrafensaal" zählten auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler und die Familie Schneider, die frühere Eigentümerin der Bermas-Immobilie. Beim Aribo-Hotel handele es sich um ein Vorzeigeprojekt in der Hotelbranche, sagte Weiß. "Der Werdegang hat viel mit Bürgermeister Hans Donko zu tun", stellte Weiß fest. Beide kennen sich schon aus der Schulzeit. Ein erster Gedankenaustausch fand Ende 2012, Anfang 2013 statt. Donko habe ihn damals angesprochen, dass die Bermas-Halle zu einem Hotel umgebaut und ein Betreiber gesucht werde, der diesen Betrieb integrativ führt. "Nach Gesprächen mit dem Zentrum Familie und Soziales in Bayern wurde es konkret."

Wie Weiß weiter ausführte, sei der Umbau damals schon im Gange gewesen. "Beim ersten Baustellenbesuch sahen wir die runden Fenster. Und es reifte schnell die Idee für ein Hotel als Kreuzfahrtschiff an der Fichtelnaab. Es ist einmalig, dass eine Kommune ein solches Projekt angeht." Das Besondere an dem 40-Zimmer-Haus mit Wellness- und Tagungsbereich sei, dass es als Inklusions-Betrieb geführt werde. 25 Prozent der Beschäftigten werden Menschen mit Behinderung sein. Stolz war an diesem Abend auch Hans Donko. In seinem Rückblick ging der Bürgermeister auf die Situation des Gebäudes ein, das im Jahre 2008 von der Familie Schneider an die Stadt verkauft wurde.

Man sei vom eigentlichen Ziel, die Produktionshalle abzubrechen, schnell abgekommen. "Das wäre wenig kreativ gewesen." Es reifte die Idee, die noch gut erhaltene Bausubstanz anderweitig, auch im Hinblick zum Aufbau einer Infrastruktur für den vorbeiführenden Radweg, zu nutzen. Schnell war das Projekt "Radlerhotel" geboren.

Seehofer als Türöffner


Bürgermeister Donko schränkte ein, dass es nicht die Aufgabe der Stadt sei, ein Hotel zu betreiben. "Der Gedanke eines Inklusions-Betriebs fand zwar viele Freunde, jedoch wenig finanzielle Unterstützer." Erst der Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer vor gut drei Jahren öffnete die Tür, dieses Projekt im Rahmen der Städtebauförderung zu finanzieren. Gut acht Millionen Euro sind insgesamt in den Umbau geflossen. Zum Schluss seiner Rede wünschte sich Donko, dass das Betriebskonzept aufgeht. Das Aribo-Hotel werde den Tourismus und die Wirtschaft in der Stadt und der Region stärken.

Landrat Wolfgang Lippert bezeichnete den Weg "von der Kofferfabrik zum Kreuzfahrtschiff" als eine hervorragende Idee. Dadurch kämen gut 10 000 Übernachtungen jährlich hinzu. Es sei nicht nur das moderne Ambiente, sondern auch die Struktur als Integrationsbetrieb, was hervorsteche. Im Landkreis könne dieses Thema jetzt auch Fuß fassen. Einen besonderen Dank sprach Lippert dem Bürgermeister aus, "der die Klaviatur der Fördertöpfe sehr gut beherrscht". Bevor die Gäste auf die Rundreise im Kreuzfahrtschiff gingen und anschließend ein mehrgängiges Menü genießen konnten, sorgte Bürgermeister Donko noch für eine Überraschung am Hoteleingang.

Er übergab an Martin Weiß eine Flagge mit dem Logo des Aribo-Hotels, das noch vor Ort an der Spitze der Eingangsüberdachung mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr angebracht wurde. Natürlich waren Donko und Weiß mit im Korb und legten beim Flaggenhissen mit Hand an.
Es ist einmalig, dass eine Kommune ein solches Projekt angeht.Geschäftsführer Martin Weiß
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