Auf Trab bleiben
Gretel und Johann Grünauer erzählen aus ihrer 60-jährigen Ehe

Vermischtes
Erbendorf
30.01.2016
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Diamanten sind beständig und wertvoll. Mit den gleichen Worten könnte man die Beziehung zwischen Gretel und Johann Grünauer beschreiben. Die rüstigen Rentner feierten diamantene Hochzeit und erzählten Geschichten aus ihrer 60-jährigen Ehe.

/Hauxdorf. Rot geschminkte Lippen, der Schmuck passend zum Outfit und die Haare perfekt zurecht gemacht - kein Wunder, dass Johann Grünauer seine Gretel nicht mehr gehen lässt. "Ja, so war sie schon immer", lacht Johann. Vor 60 Jahren gaben sich die gebürtige Siegritzerin und der Erbendorfer im damals tief verschneiten Erbendorf das Jawort. Dass bei einer so langen Ehe aber nicht nur die Optik zählt, ist ganz klar. Vor allem gesund müsse man bleiben. "Niemals die Füße still halten", ist Gretels Motto. "Man kann zwar krank werden, aber man muss trotzdem weiter vor die Türe gehen. Nur so bleibt man auf Trab", ist sie überzeugt.

Das Ehepaar ist trotz seines Alters noch rasant unterwegs. Die 83-Jährige gibt dabei den Takt vor. Bis nach Krummennaab und wieder zurück führen die Spaziergänge der Jubilare. "Dabei komme ich manchmal nicht mehr nach", schmunzelt ihr Gatte Johann. Seiner Frau kann er aber keinen Wunsch abschlagen. So wird er weiterhin die zügigen Spaziergänge mit ihr bestreiten und im Wald nach Schwammerln suchen. Doch nicht nur rund um Erbendorf sind die beiden unterwegs. Mit ihrem "roten Blitz" machen sie gleich drei Landkreise unsicher. Jeden Tag seien sie mit ihrem kleinen Auto ein wenig auf Achse. Dabei besuchen die beiden zum Beispiel den Armesberg. "Für Seniorentreffen sind wir zu jung", zitiert Sohn und Busbetriebsleiter Manfred Schmalzreich seine Mutter.

Gretel fühlt sich quietschfidel und jung, was sie vor allem auf ihre Arbeit zurückführt. Sie war immer beschäftigt. Nach der Geburt der Kinder erledigte sie sogar Heimarbeit der Firma Bermas. Ihr Mann war bei der damals großen Baufirma Striegl in Weiden beschäftigt. Dass er richtig zupacken konnte, zeigt sich an einer gerahmten Ehrenurkunde der Handwerkskammer. Das beeindruckte Bürgermeister Hans Donko, der zum Gratulieren vorbeikam.

Das Haus in Hauxdorf, in dem sie noch immer wohnen, bauten sie aus eigener Kraft auf. "Wir haben alles alleine gemacht, obwohl wir eine große Familie haben." Selbst jetzt lässt sich die Jubilarin nur widerwillig im Haushalt unterstützen - erfüllt dabei aber gerne die Wünsche ihres Mannes. Ab und an gibt die Gattin ihrem Mann, der für die Gartenarbeit zuständig ist, trotzdem kleine Aufgaben, "denn er gehört ja zu mir" - genauso wie die drei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel des Ehepaares.
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