Besondere Botschafterinnen

"Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung." So dürfen sich jetzt 20 Absolventen der Landwirtschaftsschule Tirschenreuth nennen. Auf dem Bild unter anderem Schulleiterin Doris Eckl (Vierte von links), stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler (Siebter von links) und Behördenleiter Wolfgang Wenisch (rechts). Bild: njn
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Erbendorf
10.06.2016
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"Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung. Diesen neu geschaffenen Titel bekommen Sie heute verliehen." Das sagte Leiterin der Landwirtschaftsschule Tirschenreuth bei der Abschlussfeier der Abteilung Hauswirtschaft in der Stadthalle zu den Absolventen.

Erbendorf/Tirschenreuth. 20 Frauen gingen hierfür nochmals zwei Jahre zum einsemestrigen Hauswirtschafts-Studiengang. "Eine gute Klassengemeinschaft und ein Semester, das den Unterricht auch selbstkritisch hinterfragt hat", stellte Wolfgang Wenisch, Behördenleiter des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, heraus. Für die scheidenden Hauswirtschafts-Fachkräfte beginne nach seinen Worten ein neuer Lebensabschnitt. "Ich wünsche mir, dass sie gute Botschafterinnen ihres Berufsstandes und der Landwirtschaftsschule Tirschenreuth sind."

Küche in den Jahren


Ein Wort verlor Wenisch zur Schule auch selbst. "Unsere Schulküche ist jetzt 35 Jahre alt und ich möchte nicht, dass sie den Vierzigsten noch erlebt." Damit ließ er durchblicken, dass in absehbarer Zeit eine neue moderne Schulküche kommen wird. Schulleiterin Doris Eckl ging in ihrer Ansprache auf die Studie "Neuen Perspektiven der Hauswirtschaft", die das Ziel gehabt habe, das Berufsfeld in der Hauswirtschaft zu analysieren, das Profil zu schärfen und die Professionalisierung in der Hauswirtschaft zu verbessern. "Die Studie ruft dazu auf, die Chancen und Möglichkeiten in der Hauswirtschaft deutlicher zu machen und sich besser zu profilieren."

"Alle Absolventen können außer dem Schulabschluss auch den staatlich anerkannten Berufsabschluss Hauswirtschafterin erwerben", so Eckl. Die Prüfungen hierfür finden im Juni und Juli statt. Im Überblick stellte die Schulleiterin noch einmal die Inhalte der Ausbildung und den Umfang in den Mittelpunkt.

So wurden 660 Unterrichtsstunden in den vergangenen zwei Jahren absolviert. "13 Schulaufgaben, mehr als 16 mündliche Noten und eine fächerübergreifende fachpraktische Prüfung musste jede Studierende absolvieren", so Eckl. Dazu komme noch die Ausbilder-Eignungsprüfung, die 17 Frauen absolvierten und bestanden. Die anderen drei Studierenden hatten nach ihren Worten den sogenannten ADA-Schein schon in der Tasche.

Laut Eckl sei ein wichtiger Inhalt im neuen Lehrplan die Persönlichkeitsbildung. So wurden unter anderem von den Studierenden Präsentationen und Betreuungsübungen verlangt. Den Horizont erweiterten in den beiden Jahren auch zahlreiche Lehrfahrten. Auch nahm die Landwirtschaftsschule im vergangenen Oktober am fächerübergreifenden Studierenden-Projekt im Geschichtspark in Bärnau teil.

Aus vielen Bereichen


"Dieses Semester war eine Klassengemeinschaft, bei denen die Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen kamen", so Eckl. So seien 11 Bäuerinnen darunter, die die verschiedensten Berufe, unter anderem Goldschmiedin und Betriebswirtin, gelernt hätten. Neun Frauen seien aus einem städtischen Haushalt gekommen, mit ebenso interessanten Berufen. "Wir haben große Hochachtung vor ihnen, dass sie alle durchgehalten haben", sagte sie zu den Absolventen. Bevor es zur Überreichung der Zeugnisse ging, überbrachte der stellvertretende Landrat Dr. Alfred Scheidler die Grüße des Landkreises. "Einen Haushalt fachkundig zu führen - dieser Satz der Schule sind keine leeren Worte."

Ministerialrätin Gisela Miethaner sprach der Schulleitung ihren Dank aus. "Sie haben die jungen Frauen positiv geleitet." Sie stellte fest, dass Hauswirtschaft elementar sei. "Denn Hauswirtschaft schafft die Voraussetzung für Wohlbefinden." Nicht zuletzt überbrachte der stellvertretende Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Martin Härtl die Grüße des Verbandes.

"Das Semester zeichnete sich bei einem Gesamtnotendurchschnitt von 1,56 durch außergewöhnlichen Ehrgeiz und großes Durchhaltevermögen aus", stellte Schulleiterin Eckl bei der Zeugnisübergabe fest. So erhielten die drei Besten einen Buchgutschein. Bettina Schaller aus Kleinkonreuth schloss mit einer glatten 1,0. Sonja Zölch aus Pilmersreuth erreichte einen Schnitt von 1,11 und Linda Bauer aus Iglersreuth die Note 1,12.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier im kleinen Saal der Stadthalle von den Studierenden selbst mit Marion Protschky am Akkordeon. Den Abschluss bildete ein Rückblick von Semestersprecherinnen Sandra Lippert und Bettina Schaller. Im September beginnt ein neues Semester Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule. Hierzu findet am Mittwoch, 27. Juli, um 9 Uhr eine Info-Veranstaltung statt.
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