Bierverkostung mit Pfarrer Stefan Wissel
„Flüssiges Brot gib uns heute“

Stefan Wissel schenkte ein und zweitem Bürgermeister Johannes Reger schmeckten die Biere. Bild : ckl
Vermischtes
Erbendorf
12.10.2016
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Zu einer besonderen Henkel-Messe hat die Erbendorfer Kolping-Familie geladen. Diözesanpräses Stefan Wissel lud zu einer Reise in die Welt des Bieres ein.

25 Gäste erfuhren von Diözesanpräses Stefan Wissel Wissenswertes über Bier und durften ausgewählte Sorten verkosten. Solche Themenabende haben bei Kolping Erbendorf Tradition. Zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots kam Wissel mit seinem Programm gerade recht nach Erbendorf. Er verstand es, das "Genussmittel" Bier auf neue Weise zu präsentieren. An jedem Platz stand ein Weißwein- und ein Wasserglas. Das Weinglas half, manch interessante Geschmacksnote in den Bieren zu entdecken.

Zuerst in einem Lambic-Bier, eine relativ einfache Sorte, wie Wissel erklärte. Wie vor tausenden Jahren entsteht durch Spontanvergärung ein leichtes, säuerliches Bier, das am Ende des Herstellungsprozesses über Kirschen oder Himbeeren abgezogen wird. Auf diese Weise entsteht ein Bier-Aperitif, "der den Vergleich mit Champagner nicht scheuen braucht", erklärte Wissel.

In geringen Mengen


Er empfahl, solche Spezialbiere in geringen Mengen zu genießen, schon wegen der Preise. Die Teilnehmer bekamen Biere vorgesetzt, bei denen der Liter 10 bis 35 Euro kostet. Gerade in Belgien sei es Tradition, im Restaurant zu dritt eine Flasche Bier zu genießen. "Für uns Bayern ist das schwer vorstellbar." Doch laut Wissel gebe es auch immer mehr bayrische Brauereien, die sich an das Thema Spezialbiere wagten.

Das taten dann auch die Erbendorfer zunehmend gerne. Mit dem "Kupfer-Spezial" der Winkler-Bräu aus Velburg war auch ein Oberpfälzer Bier vertreten. "Ausgewogene Geschmacksfülle und feine, fruchtige Malz-Aromen", zeichnen es aus. Zu den besten Hellen Bayerns zählt das aus dem Tegernseer Brauhaus, als "Spitzen-Pils" tichte Wissel das Tannenzäpfle-Pils der Brauerei Rothaus im Schwarzwald auf. Der Riedenburger Doldensud bot "intensive Fruchtfülle - mit Duft von Ananas und Zitrus". Wissel war es wichtig, dass alle Biere, das Reinheitsgebot einhielten. Das galt auch für die folgenden Weißbiere. Vor allem das von Schneider setze Maßstäbe, Wissel hatte den "Aventinus Eisbock", und Schneiders "Mein Weißbier" dabei. Der Eisbock zählt mit zwölf Prozent Alkohol zu den stärksten Bieren.

"Köbes" kommt von Jakob


Beim Ausflug zum Gaffel-Kölsch erfuhren die Gäste, warum der Kellner dort "Köbes" genannt wird. Einst übernahmen arme Pilger diese Aufgabe, die sich auf dem Jakobsweg etwas hinzuverdienten. Aus "Jakobusse" wurde bald "Köbes". In Kön war die Reise durch die Bierwelt nicht vorbei. Wissel stellte auch "Indian Pale Ales" vor. Das englische Bier zeichnet die spezielle Malzröstung aus. Noch heftiger geht es bei Porter-Bieren zu, durch die Röstung entstehen Kaffee- und Kakaonoten im Aromabild. "Perfekt zu deftigen Braten." Den Höhepunkt bildeten die belgischen Trappistenbiere - etwa das "Westmalle". Hier sei die Braukunst in besonderer Art verfeinert.

Wissel ergänzte mit Anekdoten und Fachwissen den Abend. Und auch die Biere trugen zur sich hebenden Stimmung bei. Denn: "Bei einer Bierprobe gibt es keinen Spucknapf." Am Ende dankte Vorsitzender Martin Schraml dem Referenten mit "konzentriertem Bier aus Erbendorf" - einer Flasche Zoiglbrand.
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