Brandner Kaspar in Erbendorf
Puppen zwischen Himmel und Erde

Die Akteure und ihre Puppen: (von links) Christine Stich, Monika, Michael und Hermann Papacek. Bilder: bkr (2)
Vermischtes
Erbendorf
22.11.2016
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Die Edeldorfer Puppenbühne hätte mehr Publikum verdient gehabt. Schaffte sie es doch in Erbendorf, ein hundertfach gesehenes Theaterstück überraschend und erfrischend neu auf ihre kleine Bühne zu bringen.

Der Brandner Kaspar zählt zu den bayerischsten aller bayerischen Volksstücke. Das Stück von der Leidenschaft und vom Tod, den Menschen in ihrer Heimatverbundenheit, gleichzeitig tief religiös in der Gottesfurcht, präsentierte die Edeldorfer Puppenbühne im Kolpinghaus.

Nur 35 Besucher


Vom Besuch zeigte sich Kolpingvorsitzender Martin Schraml enttäuscht und fand gleich einen Schuldigen: "Das gräusliche Wetter". Während in Edeldorf die Vorführungen stets ausverkauft sind, besetzten in der Steinwaldstadt nur 35 Besucher die Stuhlreihen. Der Zitherclub sorgte für passenden Klänge - inklusive der Melodie von "Unter unserem Himmel" zur Eröffnung.

Karten und Kerschgeist


Dann waren Künstler und Puppen gefragt: Der Sündenknecht Kaspar vereinigt den hilfsbereiten Büchsenmacher, leidenschaftlichen Wilderer und jung gebliebenen Galan, der mit 74 die fünf Jahrzehnte jüngere Marei heiraten will. Auf der anderen Seite wartet der Boandlkramer, um den alten "Tatzelwurm" ins Paradies zu holen, wo seine Traudl wartet. Doch mit Kartenspiel und Kerschgeist gaunert er dem Tod 20 weitere Jahre ab.

Die Edeldorfer verbanden Lokales mit Franz von Kobells Erzählung. Erzengel Gabriel blickt mit dem Fernrohr auf Erbendorf und sieht eine Ampel, die die Durchfahrenden zwingt, wenigstens kurz zu halten, ein Hotel, das wie ein Schiff aussieht, oder Windräder im Hessenreuther Wald. Hermann Papacek, Gattin Monika, Sohn Michael und Christine Stich, Vorsitzende der Goldbachtaler Frankenreuth, boten beste Unterhaltung. Eigenwillig die selbst gefertigten Puppen, perfekt abgestimmt die Geräusch- und Lichtkulisse.

Ein echte Bayer muss den Brandner Kaspar mindestens einmal gesehen haben - und die Inszenierung als Puppentheater gehört dazu. Den Brandner Kaspar mit dem Puppentheater gibt es am 11. März zur Hauptversammlung des Kulturkreises Kastl.
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