Christoph Pöllmann leitet Forschungsprojekt an der Uni Regensburg
Eine Leuchte aus Erbendorf

Christoph Pöllmann. Bild: njn
Vermischtes
Erbendorf
19.08.2015
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Ein Erbendorfer lässt Atome leuchten: Christoph Pöllmann hat als Leiter eines Forschungsprojekts an der Uni Regensburg herausgefunden, dass Elektronen schneller leuchten, wenn sie sich nur in zwei Dimensionen bewegen. Die Ergebnisse hat die renommierten Fachzeitschrift "Nature Materials" veröffentlicht. Der Artikel nennt Pöllmann als ersten Autoren.

Physiker der Universitäten Regensburg und Münster beschäftigten sich mit Material, das nur aus einer Lage Atomen besteht, "etwa hunderttausendmal dünner als ein Blatt Papier", sagt Pöllmann. "Als Feststoff haben wir eine Atomschicht, eine Monolage, aus Wolframsdiselenid verwendet und mit einem kurzen Lichtblitz beleuchtet." Wenn der Blitz die Monolage trifft, bilden sich sogenannten Exzitonen. "Das ist ein negativ geladenes Elektron, das ein positiv geladenes Loch umkreist. Beide sind so stark aneinander gebunden, dass sie auch bei Raumtemperatur stabil bleiben. Das ist sehr ungewöhnlich." Mit dem Exzition machten die Forscher Untersuchungen. Pöllmann ist noch immer begeistert von den Ergebnissen. "Das spektakuläre war der Zerfallsprozess des Exziton." Der ging in noch nicht beobachteter Rekordzeit von nur 150 Femtosekunden über die Bühne. Tausendmal schneller, als in dreidimensionalen Materialien."

Begeisterung für Exzitonen

Der 27-jährige Pöllmann absolvierte am Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth sein Abitur. In Regensburg erwarb er Bachelor- und Mastergrad der Physik. Auch in seiner seit 2013 laufenden Doktorarbeit spielen Exzitonen eine Hauptrolle. Bei aller Begeisterung für Exziton: Pöllmann lebt bei weitem nicht nur in der Welt der Atome. Auch die Musik hat es ihm angetan: Pöllmann ist in Erbendorf im Zitherclub und bei der OMC-Band aktiv. Als Kirchenmusiker sitzt er regelmäßig an der Orgel. Und dann hält ihn noch sein einjähriger Sohn auf Trab.
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