Das Spiel geht weiter

Auf dem Bebauungsplan von 1963 ist das Grundstück am Lauserbühl als öffentliche Bedarfsfläche ausgewiesen. Der Plan ist nach wie vor gültig.
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Erbendorf
13.08.2016
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Die Anwohner können aufatmen. Derzeit ist keine Bebauung des Spielplatzgeländes geplant. Bilder: pckl (2)

Auf dem Spielplatz am Lauserbühl bleibt - zumindest vorläufig - alles beim Alten. Zweiter Bürgermeister Johannes Reger erläutert die Rechtslage. Das Areal ist offiziell seit 1963 als Bauland eingestuft. Dennoch können sich - bis auf Weiteres - die Kinder dort austoben.

In Erbendorf herrscht seit geraumer Zeit Verwirrung über die Zukunft des Geländes. Eine Unterschriftenaktion der Anwohner hat im vergangenen Jahr für Furore gesorgt. Die Verantwortlichen gaben Entwarnung. Was allerdings in ferner Zukunft passieren wird, kann niemand voraussagen. Um aktuellen Spekulationen entgegenzuwirken, erklärt Reger den Bebauungsplan und den Entscheidungsprozess im Stadtrat.

Bebauung ist möglich


"Das Gelände am Lauserbühl war schon immer ein Baugebiet", sagt Reger. Auf dem Bebauungsplan aus dem Jahr 1963 ist das Grundstück als "öffentliche Bedarfsfläche" ausgewiesen. Ursprünglich wollte die Stadt Erbendorf dort einen Kindergarten bauen.

Im oberen Bereich an der Windischkapellenstraße waren zwei Gebäude geplant, im unteren Bereich ein Garten mit Scheune. Die Gebäude sollten nach dem Schema E+1, also je ein Einzelgebäude mit einem zusätzlichen Vollgeschoss, errichtet werden, wie es auch bei den umliegenden Häusern der Fall ist. Nachdem die Stadt den Plan, den Kindergarten an dieser Stelle zu bauen, verworfen hatte, wurde das Grundstück zum Spiel- und Bolzplatz. Auf dem Flächennutzungsplan von 1983 ist das Gelände deshalb als öffentliche Grünfläche ausgewiesen, rechtlich bindend ist jedoch immer noch der ursprüngliche Bebauungsplan, laut dem eine Bebauung im oberen Bereich nach wie vor möglich wäre.

Als sich im vergangenen Jahr ein Interessent für das Grundstück fand, der allerdings nicht den oberen, sondern den unteren Bereich bebauen wollte, beschloss der Stadtrat die Umwidmung des gesamten Geländes in ein allgemeines Wohngebiet. "Die Einwände der Bürger sind im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung besprochen worden, ebenso das Angebot der Firma Metallbau Götzl, die Erneuerung und den Unterhalt des Spielplatzes zu übernehmen." Aus versicherungstechnischen Gründen sei das jedoch zu problematisch, um das Angebot anzunehmen. Das Risiko, das ein Verein oder eine Firma bei einer Patenschaft zu tragen hätte, wäre einfach zu groß, sagt Reger.

Spielplatz bleibt vorerst


Bevor der Beschluss der Stadträte jedoch rechtskräftig wurde, ist der Interessent abgesprungen. Seitdem gilt der Status quo. "Derzeit sind keine Aktionen geplant, weder in die eine, noch in die andere Richtung." Der Spielplatz wird also in nächster Zeit weder erneuert, noch bebaut, sondern weiterhin als Spiel- beziehungsweise Bolzplatz genutzt. Der Bebauungsplan und der Flächennutzungsplan sind unverändert und der weitere Prozesses liege so lange auf Eis, bis ein konkreter Anlass eintritt.

Als Alternative zum Lauserbühl hat die Stadt in der Nähe den Spielplatz am Kurweg angelegt. Außerdem gibt es in Erbendorf noch vier weitere öffentliche Spielplätze, die teilweise noch fast neu sind. "Über mangelnde Möglichkeiten für Kinder kann sich also niemand beklagen." Reger stellt außerdem fest: "Die Situation ist eine andere als letztes Jahr. Die Lage hat sich durch sechs Bauplätze in der Kemnather Straße, von denen vier verkauft sind, bereits entspannt."
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