Diskussionsabend über ökologischen Landbau
Aus der Region für die Region

Bund Naturschutz-Landesvorsitzender Professor Dr. Hubert Weiger beim Diskussionsabend in der Stadthalle Erbendorf. Bild: njn
Vermischtes
Erbendorf
25.06.2016
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Diskussionsabend mit der Steinwald-Allianz, veranstaltet vom Bund Naturschutz.

"Die Öko-Modellregion Steinwald-Allianz ist ein positiver Ansatz für eine nachhaltige Regionalentwicklung", bilanzierte Professor Dr. Hubert Weiger. Der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz diskutierte in Erbendorf unter dem Motto "Chancen und Erfolge".

Dem Diskussionsabend ging bereits am Nachmittag eine Rundfahrt des Bund Naturschutzes mit Vertretern der Steinwald-Allianz durch die Öko-Modellregion voraus. Etwas über 30 Teilnehmer konnte am Abend Moderator Richard Mergner, BN-Landesbeauftragter, im kleinen Saal der neuen Stadthalle begrüßen.

Weiger stieg gleich in die Vollen und gab klare Ziele und eine positive Richtung für den Ökolandbau vor. Als Beispiel für die Ökologisierung der Landwirtschaft nannte er das Nachbarland Österreich. "Die Verknüpfung von Regionalität und Vermarktung ist dort bestens gelungen", stellte Weiger fest. "Österreich ist ein Bio-Land mit Qualitätsprodukten und ein Vorbild für eigenständige Regionalentwicklung."

Aber auch in Deutschland tue sich in Sachen Öko-Landbau etwas. "Waren es im Jahr 2000 rund 3300 Öko-Landwirte, stieg deren Zahl im vergangenen Jahr auf exakt 7373." Er stellte fest, dass bei den Landwirten eine Grundbereitschaft zur Bio-Umstellung vorhanden sei. "Die Öko-Modellregion Steinwald-Allianz hat einen positiven Ansatz gefunden", bestätigte Weiger. "Die Beteiligten zeigten Engagement und Kreativität." Vor allem freute es ihn, dass sich die Kommunen durch den kommunalen Zweckverband Steinwald-Allianz mit einbringen. "Vorbildlich, wie hier gearbeitet wird." Seiner Meinung nach ist für den Ökolandbau aber auch die Nachfrage der Verbraucher wichtig.

Wie der Landesvorsitzende weiter ausführte, setze sich der Bund Naturschutz auch stark im Ökopakt zum ökologischen Landbau ein. "Uns macht beispielsweise der Popularitäts-Zusammenbruch der Allerweltarten in der offenen Feldflur sorgen", sagte Weiger. Erschreckend sei, dass mittlerweile in der Stadt mehr Allerweltarten heimisch sind als auf den Feldern. Weiger sprach auch die naturnahe Ernährung mit Bio-Lebensmitteln an. Bei der artgerechten Tierhaltung sei die regionale Herkunft wichtig. Für eine Kennzeichnung dieser Bio-Lebensmittel seien nach seinen Worten aber noch einige Hausaufgaben zu machen.

Kein gutes Wort hatte Weiger für die EU. Sie erschwere die Arbeit des Öko-Landwirts. "Auf der anderen Seite geht sie leichtsinnig mit Glyphosat um." Um den Ökolandbau voranzubringen, sieht Weiger auch für Kommunen Handlungsmöglichkeiten. Sie könnten bei der Neuverpachtung von Gemeindeflächen Bio-Landwirte bevorzugt bedienen.

Bürgermeister Hans Donko, Vorsitzender des kommunalen Zweckverbandes Steinwald-Allianz, beschrieb den Weg zur Öko-Modellregion. "Mit unserem Konzept waren wir bei der Bewerbung vor gut zwei Jahren gut aufgestellt." Mittlerweile sei sie evaluiert und um drei Jahre verlängert.

Der Geschäftsführer der Steinwald-Allianz, Martin Schmid, machte klar, dass ein Netzwerk Voraussetzung sei, die Öko-Modellregion voranzubringen. Er ging auf die Infrastruktur, die Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Rindfleisch ein. "Ein Produkt-Highlight ist unser Bio-Burger, der bisher 6000 Mal produziert wurde und demnächst auch in Lebensmittelmärkten der Region zu finden ist." Schmidts Fazit zum Stand der Öko-Modellregion fiel kurz und bündig aus. "Wir sind angekommen und werden geschätzt." Im Ausblick nannte er unter anderem die Etablierung eines mobilen Bauernmarktes.

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