Einbruch in Erbendorfer Baumarkt
Einbrecher rücken ein

Vermischtes
Erbendorf
17.02.2016
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Mal eine gute Nachricht in Sachen Einbruch: Am Dienstag mussten sich zwei Männer in Weiden vor Gericht verantworten. Die Polizei hatte ihnen den Einbruch in einem Baumarkt in Erbendorf im Herbst 2014 nachgewiesen.

Weiden/Erbendorf . "Da haben sie sich schon plagen müssen", stellte ein kaufmännischer Angestellter des beraubten Baumarkts in Erbendorf fest. Bei einem Einbruch vor eineinhalb Jahren hatten die Täter einen 400 Kilo schweren Tresor aus dem Büro auf das Gelände eines benachbarten Baugeschäfts geschafft, um ihn dort in aller Ruhe aufbrechen zu können. Auch dort gelang es ihnen nicht. Den Tresor samt 4000 Euro Inhalt mussten die drei Männer zurück lassen. Gut 25 Kilo diverses Werkzeug, das sie eingepackt hatten, warfen sie auf dem 1200 Meter weiten Weg zu ihrem Fluchtfahrzeug weg. Sie hatten genug zu schleppen an 50 Liter Diesel, das sie aus einem abgestellten Lkw der Baufirma abgezapft hatten, um damit ihren Kleintransporter aufzutanken.

Am Dienstag standen zwei der Einbrecher in Weiden vor dem Schöffengericht. Der Dritte ist flüchtig. Beide waren geständig. Allerdings, so schränkten die Rumänen ein, hätten sie den Treibstoff nur abgezapft, um damit bis in ihr Heimatland fahren zu können. Den Tresor hätten sie aufbrechen wollen, weil sie für ihre Heimreise unbedingt Geld gebraucht hätten. Von einer gestohlenen Kettensäge und anderen Sachen wollten sie nichts wissen. Allerdings hatte die Kripo auf dem Weg vom Tatort zum mutmaßlichen Standort des Fluchtfahrzeugs einen Koffer mit Bohrern und Trennscheiben - aus dem Einbruch stammend - gefunden.

Staatsanwalt Dr. Christoph Edler ging mit den Einbrechern hart ins Gericht. Entgegen ihrer Beteuerungen seien der 33- und der 40-Jährige nicht auf Arbeitssuche in Deutschland gewesen, sondern lediglich auf Diebestour. Dem Älteren war die Polizei auf die Spur gekommen, weil seine DNA und seine Fingerabdrücke bei weiteren Einbrüchen im ganzen Bundesgebiet aufgetaucht waren. Der Jüngere war zwar in Deutschland nicht vorbestraft. Jedoch hatte er 2011 in Österreich eine zweieinhalbjährige Freiheitsstrafe wegen schweren Diebstahls kassiert. Dr. Edler forderte drei beziehungsweise dreieinviertel Jahre Gefängnis.

Rechtsanwalt Johannes Zintl hielt die Forderung für "deutlich überhöht". "Bandendiebstahl" liege nicht vor, da eine "Verabredung zu fortgesetzter Tatbegehung" nicht erkennbar sei. Seinem Mandanten solle sein Geständnis zugute gehalten und auf eine Bewährungsstrafe erkannt werden. Rechtsanwalt Joachim Harth (Frankfurt/Main) wies auf die schwierige wirtschaftliche Situation in Rumänien hin, wo sein Mandant, Vater zweier Kinder, auf Baustellen zuletzt maximal 200 Euro pro Monat verdient hatte. Verteidiger Harth plädierte auf ein Jahr und neun Monate. Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl und die beiden Schöffen verurteilten den 40-jährigen Elektromechaniker wegen Einbruchsdiebstahls zu zwei Jahren und vier Monaten, den 33-jährigen Autospengler zu drei Jahren und einem Monat.
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