Entscheidung zum Habichtskauz
Vorm Heimflug

Possierliches Kerlchen: Der Habichtskauz soll heimkehren in den Hessenreuther, den Oberpfälzer und den Steinwald sowie ins Fichtelgebirge. Bild: Berndt Fischer
Vermischtes
Erbendorf
28.04.2016
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Kehrt der Habichtskauz heim in die Oberpfalz? Das entscheidet sich wohl am 2. Mai - und zwar in Oberbayern.

Am Montag gilt es für den Habichtskauz: Dann steht fest, ob er zurück darf in seine angestammte Oberpfälzer Heimat. Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz Bayern (VLAB) hat in den vergangen Monaten viel Geld und Arbeit in die Rückkehr des Vogels gesteckt. Deshalb fiebert Vorsitzender Johannes Bradtka diesem Datum entgegen: Dann tagt der Bayerische Naturschutzfonds und entscheidet über die Förderanträge.

Kooperation mit Zoo


Der VLAB hat 500 000 Euro für das Wiederansiedlungsprojekt beantragt, und Johannes Bradtka ist zuversichtlich, das Geld auch zu bekommen. Der bayerische Naturschutzfonds verwaltet und vergibt Ausgleichszahlungen, die anfallen, wenn etwa beim Straßenbau in die Natur eingegriffen wird. Voraussetzung für eine Zuschusszusage ist ein aufwendiger Förderantrag. Bradtka und seine Helfer haben diesen erarbeitet und noch mehr geleistet: "Wir haben Kooperationen mit dem Nürnberger Zoo und dem Nationalpark Bayerischer Wald vereinbart."

Ein Gesprächstermin mit dem Bayerischen Staatsforst ist angesetzt, auch der soll mit ins Boot. Zudem hat der Verein Spenden anderer Geldgeber geworben, aus der Vereinskasse fließen 50 000 Euro für das Projekt. Doch alle Arbeit war umsonst, wenn der Naturschutzfonds "Nein" sagt. Insgesamt kalkuliert der VLAB in den ersten fünf Jahren mit Kosten von rund 650 000 Euro. Zuversichtlich ist Bradtka vor allem, weil es bei der Wiederansiedlung keine Verlierer gebe: Der Habichtskauz ernähre sich von Mäusen, manchmal von Amphibien. "Fischwirte und Jäger haben nichts zu befürchten."

Die Wiedereinbürgerung verfolge keinen einseitigen, nur auf Artenschutz ausgelegten Ansatz. Das hebt die Projektbeschreibung des Vereins besonders hervor. "Neben ökologischen Zielen werden sozioökonomische und umweltpädagogische Aspekte verwirklicht." Besonders Jugendliche sollen Kompetenzen erlangen, um persönliche Verantwortung für Umwelt und Natur zu übernehmen.

Schulen einbinden


Deshalb sollen auch Schulen eingebunden werden. "Wir denken dabei auch an Migrantenkinder, die oft aus Ländern kommen, die keinen Bezug zur Natur vermitteln", erklärt Bradtka. Zudem soll der Habichtskauz als "wichtige Leitart für verschiedenste Artengruppen" dienen, um Biodiversität, die Lebensräume, aber auch die ökonomischen-touristischen Strukturen Nordbayerns zu verbessern.
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