Erfolgreicher Facebook-Auftritt
Verliebt in Erbendorf

Johannes Dostler (links) und Christof Uhl haben die Stadt, das Rathaus und das Netz im Blick. Ihrer Seite "We love Erbendorf" folgen inzwischen beinahe 1700 Facebook-Nutzer. Bild: wüw
Vermischtes
Erbendorf
04.08.2016
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Heimatpflege via Facebook? Dass das funktioniert, beweist "We love Erbendorf" seit sechs Jahren. Die beiden Macher sind selbst etwas überrascht vom Erfolg.

Eine "Laune" und die Freude am Fotografieren: Das waren die Zutaten für ein Projekt, dessen Erfolg seit 2010 sogar seine Macher überrascht: "Dass sich das so entwickelt, hätten wir damals nicht gedacht", sagt Johannes Dostler, und Christof Uhl nickt. Die beiden sind die Köpfe hinter "We love Erbendorf". Mit fast 1700 "Likes" ist die Seite eine der erfolgreichsten "Facebook-Communitys" der Region.

"Damals waren kaum Vereine bei Facebook", erinnert sich Dostler an den Anfang. Er habe im Netz zeigen wollen, was Erbendorf zu bieten hat - Auswärtigen, aber auch den Erbendorfern selbst, erzählt der Altenpfleger. Das Interesse an der Steinwaldstadt reicht heute bis in die USA. "Wir bekommen häufig Rückmeldung von Erbendorfern, die weit weg leben", berichtet Uhl. Der angehende Polizist stieg bei "We love Erbendorf" ein, kurz nachdem Dostler die Seite ins Leben gerufen hatte.

Lieferung für die USA


Eine größere Lieferung der "We love Erbendorf"-Kalender ging dann auch in die USA. Für 2015 ließen Uhl und Dostler diese für einen guten Zweck produzieren, die zwölf Blätter gestaltet mit ihren schönsten Aufnahmen der Stadt und deren Umgebung. Schöne Bilder der Heimat sind auch im Netz die Spezialität. Seinen Beitrag leistet dabei Peter Putz. Der 62-Jährige bringt sich als "Beda" ein. Von seinem Auge für Motive und den guten Kontakten profitiert die Seite. Dazu kommt die Technikbegeisterung des 24-jährigen Dostlers und des 19-jährigen Uhls.

Schon kurz nachdem Facebook die Live-Video-Funktion bot, experimentierte Dostler für "We love Erbendorf" damit. Ergebnis: Die ganze Welt konnte in diesem Jahr live dabei sein, als die Feuerwehr am Marktplatz den Maibaum nach oben hievte. Auch den Fronleichnamszug und die Eröffnung des Aribo Hotels gab es live bei "We love Erbendorf". So etwas bieten nicht-kommerzielle Seiten selten.

Auf Schwerpunkte wollen sich die beiden Macher nicht festlegen. "Wenn sich in Erbendorf etwas Neues tut, wollen wir dabei sein", sagt Dostler zum Inhalt. Außerdem verlinkt die Seite alle interessanten Berichte über die Stadt, die die Macher zum Beispiel im Onetz finden. Dazu kommen Stadt-, Natur- und Landschaftsaufnahmen. Eindeutig ist dagegen, was "We love Erbendorf" nicht will: Streit, Ärger, Krawall. "Wir wollen, dass die Stimmung auf der Seite gut ist, dass die Nutzer sich und uns in ihren Kommentaren respektieren."

Ganz ohne Störer geht es auf Facebook dann aber nicht, das müssen auch Uhl und Dostler immer wieder feststellen. Einige Pöbler haben sie inzwischen für die Seite gesperrt. Dazu gebe es auch mal Kritik an den Inhalten. "Manche meckern, wir würden zu viel über die Kirche machen", erklärt Dostler. Aber Erbendorf sei eben katholisch geprägt. "Weil die Kirche und ihre Feste eine große Rolle in der Stadt spielen, kommen sie auch bei uns oft vor." Für Ärger habe auch gesorgt, als "We love Erbendorf" Hans Donko 2014 zur Bürgermeisterwahl gratulierte. "Das wurde uns als politisches Statement ausgelegt", sagt Uhl. Dabei war Donkos Sieg Ergebnis einer demokratischen Wahl. "Wir hätten genauso dem Gegenkandidat gratuliert, wenn er gewonnen hätte."

Facebook profitiert


Viel häufiger als Kritik seien aber positive Rückmeldungen. Immer wieder gebe es Lob, Vereine laden die Macher ein, über ihre Veranstaltungen zu berichten und auch mit den Vertretern der Stadt sei der Kontakt nach anfänglicher Skepsis heute gut. "Die merken, dass wir gute Arbeit leisten und das Image Erbendorfs fördern." Und sogar Facebook profitiere von ihrem Angebot, berichtet ein schmunzelnder Dostler: Es gebe ältere Erbendorfer, die sich nur wegen der Seite einen Facebook-Zugang besorgt haben. "Die haben unsere Bilder und Beiträge bei ihren Kindern und Enkeln gesehen und wollen uns nun selbst folgen."
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