Evangelische Kirchengemeinde feiert Freiluftgottesdienst
Hooligans, Mord und Psalm 36

Die evangelischen Christen aus Wildenreuth und Parkstein feierten mit Pfarrer Manuel Sauer einen Freiluftgottesdienst am Schmierglhaisl. Bild: njn
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Erbendorf
29.06.2016
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Sie sind Tausende von Jahren alt, doch: "Wie so oft sind unsere Bibeltexte hoch aktuell", stellte Pfarrer Manuel Sauer beim Freiluftgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinden Wildenreuth und Parkstein fest. So gebe es durchaus Verbindungen zwischen dem Psalm 36 und aktuellen Gewalttaten.

Bei schönstem Sonnenschein hatten die Gottesdienstbesucher am Schmierglhaisl einen herrlichen Blick auf Wildenreuth mit seiner Jakobuskirche und dem Schloss sowie auf die Siedlung. Musikalisch eröffnete der evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Lydia Meißner den Gottesdienst.

"Gott, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist und deine Treue, soweit die Wolken gehen." Diesen Psalmvers zitierte Sauer. In den Versen davor und danach sei die Rede von Frevlern und von Gottlosen. "Mir sind da die vermeintlichen Fußballfans eingefallen, Hooligans, die in Frankreich nichts anderes im Kopf haben, als sich gegenseitig zu verprügeln."

Sauer erinnerte an das Attentat von Orlando, an den Polizistenmord in Paris und den Mord an einer englischen Politikerin. "Der Gottlose will seinen Hass ausleben. Er hat aufgehört, vernünftig zu handeln. Er will nichts Gutes mehr tun." Diesen Vers aus Psalm 36 ließ der Seelsorger zum Nachdenken verlauten.

Wollen Angst verbreiten


"Wie kann es sein, dass Menschen nichts anderes einfällt, als anderen zu schaden oder gar zu töten?" Das Schlimme sei, dass sie oft keine Absichten verfolgen und nur Schrecken sowie Chaos verbreiten. Diese Brutalität könne Angst machen. "Sogar so große Angst, dass wir unsere Pläne ändern." Als Beispiel nannte er eine Bekannte, die in einem Posaunenchor spielt. Nach den Anschlägen von Paris sei sie nicht nach Dresden zum Deutschen Posaunentag gefahren, sondern daheim geblieben.

Sauer stellte sich die Frage, warum im Psalm 36 so bekannte Verse in so wenig schöne Zeilen eingebettet seien. "Weil beides zum Leben gehört", so seine Antwort. "Auch wir machen die Erfahrung des Beters, auch uns widerfährt manchmal unsägliches Leid." Der Psalmbeter wisse um die Sorge vor Menschen mit düsteren Gedanken. "Und dann hat alles Schöne im Leben keine Chance." Sauer lud die Gläubigen dazu ein, einmal im ganz Privaten auf die Suche nach Gottes Güte zu gehen. "Denn bei Gott ist die Quelle des Lebens." Sie erfrische, stärke und gebe Kraft für den weiteren Weg.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Pfarrer zu einem kleinen Frühschoppen in freier Natur ein. Sein Dank galt allen, die die Zeremonie vorbereitet haben.
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