Fronleichnamsprozession in Erbendorf
"Gerechtigkeit"

Vermischtes
Erbendorf
28.05.2016
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Bei strahlendem Sonnenschein feierte die katholische Pfarrei das Fronleichnamsfest. Die geschmückten Altäre, Fahnen und der Häuserschmuck gaben der Prozession durch die Straßen einen besonderen Glanz.

"Das Brot der Eucharistie tragen wir im kostbaren Gefäß durch die Stadt", merkte Pfarrer Martin Besold im Festgottesdienst an. Der Prozession ging ein Gottesdienst in der Mariä-Himmelfahrts-Kirche voran. "Wenn wir wissen wollen, was wir heute feiern, dann müssen wir das Wort Fronleichnam in unsere heutige Sprache übersetzen", stellte der Pfarrer fest.

Denn bei diesem Feiertag, der im 13. Jahrhundert eingeführt wurde, bedeutet das Wort "Fron" Herr und "Leichnam" im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch einen lebendigen Leib. "Wir feiern also den Lebendigen Leib des Herrn, den Leib Christi." In seiner Predigt ging Pfarrer Besold auf die Textstelle des Evangeliums von der wunderbaren Brotvermehrung ein.

Besold zeigte Parallelen in die Gegenwart auf. "Schicken wir doch die Flüchtlinge vor die Tore Europas, nach dem Motto aus den Augen, aus dem Sinn", so fasste Pfarrer Besold die Tendenzen zusammen. "Abgrenzung, nationalstaatlicher Egoismus bis zu Hass auf Fremdes wird in Europa immer deutlicher spürbar." Statt zu helfen, erfasse jetzt viele eine Sehnsucht nach den sogenannten alten Werten. "Parteien wie die AfD und andere rechte Parteien in Europa schlachten das für sich aus."

"Jesu Aufruf im Evangelium ist ganz anders", stellte Pfarrer Besold fest. "Er sagte, gebt ihnen zu essen." Auf die heutige Welt übertragen seien Mauern und Abgrenzung Punkte, die den Kern des Christlichen angreifen. "Unser christliches Pfund, das wir hier in die Waagschale werfen können, ist Solidarität, Gleichberechtigung und eine Kultur des Lebens, egal, ob dies gegenüber Einheimischen oder Migranten ist."

"In der Brotvermehrungs-Geschichte des Evangeliums steht am Ende ein Gewinn für alle", so Besold. Dies habe sehr viel mit dem Fronleichnamsfest zu tun. "Es geht um das Brot des Lebens. Es weckt den Hunger nach Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden."

Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst zog die Prozession, angeführt von der Stadtkapelle, mit dem Allerheiligsten von Altar zu Altar. Mit dabei waren auch die Stadtratsmitglieder mit Bürgermeister Hans Donko, die Feuerwehren, Vereine und Verbände. An den Altären am Marktplatz, beim Kolpinghaus und am Unteren Markt sowie dem vierten Altar in der Kirche las Pfarrer Besold aus den Evangelien und erteilte den Segen mit der Monstranz. Umrahmt wurde die Feier durch den Kirchenchor und die Stadtkapelle.

Ein herzliches "Vergelt's Gott" galt allen Helfern und Mitarbeitern für die Vorbereitungen sowie allen Hausbesitzern für den Häuserschmuck. Nicht zuletzt galt Besolds Dank der Feuerwehr und dem Roten Kreuz.
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