Generalversammlung der Erbendorfer Feuerwehr

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Erbendorf
09.01.2016
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Die Erbendorfer Feuerwehr hatte im vergangenen Jahr so viele Einsätze wie noch nie. Die Mannschaft arbeitet gut zusammen. Dennoch plagen den Verein Probleme.

"Im abgelaufenen Jahr erreichten wir einen Spitzenwert an Einsätzen", stellte Kommandant Bernhard Schmidt bei der Feuerwehr-Generalversammlung fest. Insgesamt waren 175 Einsätze zu verzeichnen. "So viele Einsätze mussten noch nie in einem Jahr abgearbeitet werden." Waren es 2014 noch 125 Einsätze, schnellte die Zahl 2015 auf 175 hinauf. Im Einzelnen sprach Kommandant Schmidt von 80 Technischen Hilfeleistungen (Vorjahr 60), von 69 First-Responder-Einsätzen (51) und von 26 Brandeinsätzen.

"Bei allen Einsätzen hat sich wieder gezeigt, wie gut die Ausbildung und die Zusammenarbeit innerhalb unserer Wehr wirklich ist", sagte Schmidt. "Schwere Einsätze hatten wir Gott sei Dank nicht, dafür aber einige bemerkenswerte." Dazu zählte er einen Waldbrand bei Zainhammer sowie einen Feldbrand in Siegritz sowie, erst vor wenigen Wochen, den Brand eines Blockheizkraftwerks auf Schloss Thumsenreuth.

"Frauen zur Feuerwehr"


"Gerade diese Einsätze sind es aber, die eine Gemeinschaft wie unsere Wehr stärker zusammenwachsen lassen", betonte Schmidt. Kein daran beteiligter Feuerwehrkamerad gehe aus solchen Einsätzen unbeschwert heraus. Viele Kameraden nahmen an Kursen und Lehrgängen teil, wie Maschinisten- und Sprechfunkausbildungen, Truppführer-Lehrgänge und ein Lehrgang für Betreiber von Atemschutzkompressoren.

Schmidt stellte auch das von der Wehr zusammengestellte Wechsellader-Konzept vor, das im November mit der Vorführung eines Fahrzeugs der Firma MAN vorgestellt wurde. "Hier kann man wirklich sagen, dass wir nach Rücksprache mit anderen in Frage kommenden Feuerwehren die einzige Wehr sind, die ein solches Konzept erarbeitet hat." Andere Landkreise wie beispielsweise Bayreuth und Neumarkt in der Oberpfalz hätten damit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

"Für eine nachhaltige und dauerhafte Aufrechterhaltung unseres flächendeckenden Hilfeleistungssystems müssen wir frühzeitig dem demografischen Trend entgegensteuern," mahnte Schmidt an. Dies bedeute, dass eine konsequente und zielgerichtete Mitgliedergewinnung notwendig sei. "Nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene, Quereinsteiger, Frauen und, das ist neu, auch Migranten." Denn nur dann könne es gelingen, ausreichend aktive Feuerwehrdienstleistende für den Feuerwehrdienst vorzuhalten.

"Frauen sind Astronaut und Bundeskanzler - warum dann nicht auch Feuerwehrfrau?" So lautet das Motto der Kampagne "Frauen zur Feuerwehr", die Schmidt den Mitgliedern vorstellte. Er machte deutlich, dass sich die Feuerwehr über Frauen im aktiven Dienst freuen würde. "Wir hatten auch schon welche, aber die sind uns leider durch Heirat und Schwangerschaft abhanden gekommen." Zugleich sprach Schmidt auch die Möglichkeit an, in einer Zweitfeuerwehr, beispielsweise an seinem Arbeitsort, Dienst zu tun.

Kommandant Schmidt berichtete auch über eine Verstärkung im First-Responder-Team. "Mit Marina Käser, Gerald Wagner und Anna Linkel haben wir drei hervorragend qualifizierte Ersthelfer." Des Weiteren sprach Schmidt über den aktuellen Stand beim Digitalfunk, bei der die Feuerwehr bereits mit Fahrzeug- und Handfunkgeräten ausgestattet sei und nur noch auf die komplette Umstellung bei der ILS Nordoberpfalz warte. Auch über den Einsatz des neuen Alarmierungs- und Informationssystems informierte der Kommandant. Hier sprach er vor allem dem "Hausprogrammierer" Christian Sirtl seinen Dank aus.

Stadt zahlt Führerscheine


Zum neuen Mehrzweckfahrzeug Florian Erbendorf 11/1 sagte Schmidt, dass sich der neue "Vito" bestens im Übungs- und Einsatzdienst bewährt habe. Er freute sich, Feuerwehrkameraden die Abzeichen für aktive Dienstzeit zu überreichen: Anna-Maria Linkel und Florian Hör (10 Jahre im aktiven Dienst) sowie Johannes Reger und Stefan Wick (20 Jahre).

"Die Feuerwehr muss technisch auf der Höhe der Zeit bleiben," stellte Bürgermeister Hans Donko fest. Mit der Anschaffung des neuen Mehrzweckfahrzeugs sei nach seinen Worten ein Ziel der letzten Jahreshauptversammlung erreicht worden. Zur Führerschein-Problematik bei größeren Feuerwehrfahrzeugen teilte Donko mit, dass der Stadtrat zugestimmt habe, ab sofort die Kosten für den Erwerb der Fahrerlaubnis C für zwei Aktive pro Jahr zu übernehmen. Nicht zuletzt sprach Donko seine Anerkennung für die Zusammenarbeit der Wehr mit dem Roten Kreuz vor Ort beim First-Responder aus.
Für eine nachhaltige und dauerhafte Aufrechterhaltung unseres flächendeckenden Hilfeleistungssystems müssen wir frühzeitig dem demografischen Trend entgegensteuern.Kommandant Bernhard Schmidt
Die Feuerwehr muss technisch auf der Höhe der Zeit bleiben.Bürgermeister Hans Donko
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