Imkerverein Erbendorf sorgt sich um Bienen
Bienenschwarm gerettet

Berechtigter Grund zur Sorge: Der Bienenfachwart des Imkerkreisverbandes, Hans Dötterl, begutachtet den freihängenden Wildbau. Bilder: njn (2)
Vermischtes
Erbendorf
23.08.2016
94
0

Aus purer Not hat sich ein Bienenschwarm ungeschützt in einem kugelförmigen und offenen Wildbau in der Hopfau niedergelassen. "Sie sind in Not und werden so den kommenden Winter nicht überleben", stellte Bienenfachmann Hans Dötterl fest. Fachgerecht wurde der Wabenbau abgenommen und umgesiedelt.

(njn) An dem Dachvorsprung hatte sich bereits im Mai ein Bienenschwarm niedergelassen. Mangels entsprechender Behausung fing dieser offen und ungeschützt mit dem Wabenbau an. Anwohner der Hopfau baten nun beim Imkerverein Erbendorf um Unterstützung. Hans Dötterl, Ehrenvorsitzender und Bienenfachwart für den Landkreis Tirschenreuth begutachtete mit Klaus Schmidt, dem Vorsitzenden des Imkervereins, die Lage vor Ort.

Auf sieben Waben


"Der sogenannte Wildbau in knapp vier Metern Höhe wurde von den Bienen kugelförmig angeordnet", stellte Vorsitzender Schmidt fest. Auf sieben Waben befanden sich im inneren Brut, ein Futterkranz sowie der eingetragene Pollen. "Dieses Kunstwerk war völlig der Witterung ausgesetzt", so Schmidt. "Ein Blick in die Wabengassen war so immer möglich." Die beiden Fachleute stellten bei genauerer Begutachtung fest, dass dieses Bienenvolk den Winter alleine und ohne Hilfe der Imker nicht überstehen wird. "Entweder verhungert das Bienenvolk im Winter, da nur sehr wenig Futterreserven angelegt wurden, oder es stirbt an der Varroa-Milbe, da keine entsprechende Behandlung gegen diese Plagegeister möglich war", so die Feststellung Dötterls. Zudem wären die Bienen ungeschützt der Witterung ausgesetzt. "Ob sie dann beispielsweise einen Schneesturm überstehen, wäre mehr als fraglich", ergänzte Schmidt. Da auch Kleinkinder im unmittelbaren Bereich dieses Bienennestes spielen, entschieden sich die Verantwortlichen für die Evakuierung.

Mit Futtervorrat


Mit größter Vorsicht kehrte Hans Dötterl die ansitzenden Bienen von den äußeren Wabenseiten in einen Eimer, entfernte Wabe für Wabe und reichte alles nach unten. Hier wurden dann die Bienen mit einem entsprechenden Futtervorrat von Klaus Schmidt in eine mit Mittelwänden gefüllte und vorbereitete Bienenbeute umgesiedelt. Diese Beute blieb dann noch bis zum Abend vor Ort stehen, damit alle noch herumschwirrenden Bienen die Möglichkeit hatten, zu ihrem Bienenvolk in die neue Behausung zukommen.

"Dieses Bienenvolk wird nun in der neuen Bleibe wieder einen neuen Wabenbau errichten, ein entsprechendes Brutnest anlegen und die langlebigen Winterbienen erzeugen", ist Dötterl sicher. Zudem wird durch die Imker eine Behandlung gegen die Varroa-Milbe erfolgen und der nötigen Vorrat an Winterfutter bereitgestellt, die die Bienen dann wiederrum in ihren neuen Waben bunkern werden. "So dürfte das Überleben dieses Bienenvolkes gesichert sein", so Schmidt. Der Imkervorsitzende Schmidt bittet in diesem Zusammenhang die Bevölkerung, wilde Bienenschwärme beziehungsweise Völker, wie in diesem Fall, den Verantwortlichen unter Telefon 09682/2682 zu melden. "Nur so ist es möglich, die Bienen zu retten."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.