Jung- und Probeimker am Bienenstand
Tipps vom Experten

Hans Dötterl (links) erklärte den Imkern die Brutentname. Bild: njn
Vermischtes
Erbendorf
22.07.2016
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Viel lernten die Jung- und Probeimker am Bienenstand in Sassenhof von Bienenfachwart Hans Dötterl. Thema war das praktische Vorgehen bei der vollständigen Brutentnahme. Auch die "Alt"-Imker stellten fest, dass man nie auslernt.

/Sassenhof. Dötterl, der Bienenfachwart für den Landkreis Tirschenreuth, führte aus, dass die Entnahme der Bienenbrut eine sehr gute Alternative zu den bisherigen Maßnahmen im Rahmen der Varroabekämpfung sei.

"Ich könnte mir vorstellen, dass die Brutentnahme die Zukunft einer erfolgreichen Varroa-Behandlung sein wird", betonte Vorsitzender Klaus Schmidt vom Imkerverein Erbendorf. "Die heutige Betriebsweise ohne Bienenschwärme ist ein entscheidendes Problem für die Vitalität der Bienenvölker." Dötterl stimmte dem zu. "Denn das Schwärmen und die anschließende Brutpause wirken wie ein Jungbrunnen auf die Bienenvölker ", erklärte der Fachmann.

Wie Dötterl weiter ausführte, liege ein besonderer Vorteil der Brutentnahme in der Wirkung gegen die Varroamilbe. "Da sich die Milbe während der Brutzeit zum größten Teil in der Bienenbrut aufhält, ist das Volk durch die vollständige Brutentnahme praktisch fast milbenfrei." Eine zusätzliche Fangwabe erhöhe den Entmilbungsgrad auf rund 98 Prozent.

"Die Varroabekämpfung durch Brutentnahme ist ein gutes und natürliches Mittel zur Bekämpfung der Varroa, auf chemische und auch natürliche Behandlungsmittel kann dadadurch im Sommer verzichtet werden", erläuterte Dötterl. Diese Maßnahme stärke die Vitalität der Bienenvölker.

Der Experte erklärte den Ablauf: So werden circa zwei Wochen vor Trachtende alle Brutwaben mit wenig ansitzenden Bienen entnommen und eine Brutwabe mit jüngster, offener Brut als Fangwabe im Volk belassen. "Die entnommenen Brutwaben werden durch Mittelwände oder Leerwaben ersetzt und die entnommene Brut selbst auf einen rund drei Kilometer entfernten Stand gebracht, um sie für den Jungvolkaufbau zu nutzen." Die Fangwabe selbst wird nach sieben bis 14 Tagen, wenn alle Brutzellen verdeckelt sind, entfernt und eingeschmolzen. "Eine weitere Sommerbehandlung sollte dann nicht mehr erforderlich sein." Eine regelmäßige Varroa-Kontrolle bleibe jedoch unerlässlich.
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