Klappschilder gegen das Verkehrschaos
Wintersperre am Abspann-Pass

Per Hand lässt sich das sonst blinde Schild umklappen. Dadurch wird die B 299 hinauf zum Abspann für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zum Tabu. Bild: rw
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Erbendorf
21.01.2016
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Schneekettenpflicht gibt es keine, aber vorübergehende Sperrungen wegen winterlicher Straßenverhältnisse sind am Hessenreuther Berg derzeit möglich. Das staatliche Bauamt möchte so das regelmäßige Verkehrschaos an dem Berg in den Griff bekommen.

/Pressath. Alpenländische Verhältnisse erfordern alpenländische Maßnahmen: Am Hessenreuther Berg hat die Straßenmeisterei die Möglichkeit, die B 299 zu sperren, wenn es die Straßenverhältnisse nötig machen. Für diesen Fall steht je ein Klappschild an Nord- und Südauffahrt zum Pass über den Höhenzug des Hessenreuther Waldes. Meist zeigen die Schilder nichts, Sperren des Abschnitts sind selten, bestätigt Gerhard Kederer.

"In diesem Jahr war die Straße einmal für eine dreiviertel Stunde gesperrt", sagt der Ingenieur vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. Als vor einigen Wochen ein Lkw in den Graben gerutscht war, ließ der Chef der Straßenmeisterei die Straße kurzfristig abriegeln. Gerüchte, dies würde automatisch über einen Sensor auf dem Scheitelpunkt des Abspanns gesteuert, seien nicht richtig, erklärt Kederer. Der Straßenmeister müsse die Situation am Berg regelmäßig vor Ort kontrollieren, seine Mitarbeiter die Schilder bei Bedarf dann per Hand umklappen. Wenn sie das tun, gilt die Sperre für Lkw über 7,5 Tonnen. Für so große Fahrzeuge sei die schmale, kurvenreiche Straße besonders heikel, erklärt Kederer. "Wenn dort ein Lastwagen quer steht, geht nichts mehr."

Die Schilder sollen vor allem in solchen Situationen verhindern, dass weitere Lastwagen den Berg hoch fahren und für noch mehr Chaos sorgen. Als Umleitungsstrecke sei die Staatsstraße von Kemnath über Kastl nach Pressath vorgesehen. Vor gut zwei Jahren habe das Bauamt diese Möglichkeit geschaffen.

Eine vergleichbare Regelung gebe es in der nördlichen Oberpfalz an keiner Straße. "Es gibt aber auch keine vergleichbare Straße in der nördlichen Oberpfalz", sagt Kederer. Die Verbindung aus hohen Steigungsprozenten, enger, kurviger Trasse und relativer Höhenlage lassen die Straße für Lastwagenfahrer besonders heikel werden. "Nicht umsonst soll der Straßenabschnitt ausgebaut werden", sagt Kederer. Die Ausbaupläne werden noch im ersten Quartal 2016 ausgelegt. Bis der Ausbau abgeschlossen ist, dürften aber wohl noch einige Winter mit vorübergehenden Sperrungen vergehen.
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