Maneschne können lernen

Vermischtes
Erbendorf
14.11.2016
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"Wir gedenken heute der Opfer aller Kriege der Vergangenheit und Gegenwart", betonte Pfarrer Martin Besold in seiner Ansprache zum Volkstrauertag am Kriegerdenkmal. "Als Christen glauben wir, dass der Friede siegen wird, denn Menschen können lernen und sich ändern."

Am Ehrenmal legte Bürgermeister Hans Donko gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Soldaten- und Reservistenkameradschaft, Jürgen Braun, einen Kranz nieder. Zuvor fand in der Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt ein Gottesdienst statt. Vereine und Verbände mit Fahnenabordnungen, die Vertreter des öffentlichen Lebens sowie zahlreiche Stadträte zogen im Anschluss, angeführt von der Stadtkapelle und dem Spielmannszug, zum Unteren Markt.

Prolog der Kinder


Schülerinnen der sechsten Klasse unter Leitung von Lehrerin Monika Dötterl machten sich in einem Prolog Gedanken über die Opfer beider Weltkriege sowie des Terrorismus und der Kriege heutiger Tage. "Wir leben in der Hoffnung auf Versöhnung der Völker und Frieden in der Welt", sagten sie abschließend.

"Jedes Jahr stehen wir hier vor dem Kriegerdenkmal und jedes Jahr können wir immer weniger mit den darauf stehenden Namen verbinden", stellte Pfarrer Besold fest. "Gott sei Dank, möchte ich fast sagen, denn beide Weltkriege sind Stoff für den Geschichtsunterricht." Der Friede halte bereits fast schon ein Menschenleben lang. Besold merkte an, dass die Grausamkeit der Weltkriege heute über die Medien zu erahnen sei. "Wir hören Nachrichten aus Aleppo, Mosul oder von den Flüchtlingsbooten im Mittelmeer, ganz aktuell von dem Sprengstoffanschlag in Afghanistan. Alles wird einfach so ins Wohnzimmer geliefert. "

Vor 100 beziehungsweise 75 Jahren sei der Krieg in Deutschland und in Europa gewesen. "1914 sind Jugendliche in den Krieg gegangen, ohne wirklich Ahnung davon zu haben", sagte der Pfarrer. "Nach wenigen Wochen mussten sie ihr Leben lassen." Er fügte an, dass Hitler 1944/45 noch als letztes Aufgebot Kinder in den Krieg schickte.

"Es waren Millionen von Opfern - Soldaten, Alte, Junge und Kinder", so Besold. "Dass die Opfer der Gewaltherrschaft sinnlos und grausam waren, macht die 70 Millionen nicht lebendig, die gestorben sind." Parallelen zog der Pfarrer zu jungen Männern aus der Oberpfalz, die aufgestachelt von Hasspredigern in den Krieg in Syrien hineingezogen werden und auch umkommen. "Das waren und sind keine Helden, denen wir heute gedenken", betonte er. "Das waren Opfer, denen eine Ideologie vorschwärmte, der Krieg sei etwas Ehrenvolles oder Heiliges."

"Nicht gescheit"


"Die Menschen wurden nicht gescheit", habe Erich Kästner einst geschrieben. "In so manchem Moment bin ich geneigt dem zuzustimmen." Doch ein Christ dürfe diesen Pessimismus nicht teilen. "Denn ich bin überzeugt, Menschen können lernen und sich ändern." Dies gehöre zum christlichen Glauben. "Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens." Mit dem gleichnamigen Gebet aus dem Jahr 1913 aus Frankreich schloss Pfarrer Besold seine Ansprache. Bürgermeister Hans Donko und Hauptmann Jürgen Braun legten vor dem Ehrenmal einen Kranz nieder. Zum Gedenken erklang das Lied vom "guten Kameraden" sowie die Bayern-Hymne und die deutsche Nationalhymne.

In seinen Abschlussworten dankte Bürgermeister Donko allen, die zur würdevollen Gestaltung der Gedenkstunde beigetragen haben. Neben der Stadtkapelle und dem Spielmannszug leistete auch der Gesang- und Musikverein Erbendorf unter der Leitung von Elisabeth Liedl einen bedeutenden Beitrag. Donkos Dank galt auch den Ortsfeuerwehren für ihre Beteiligung.
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