Navigationsgerät lotst Seniorinnen von B 299 herunter
Blinder Gehorsam führt in Wald

Mit Navigationsgerät auf Abwegen: Die Heimfahrt von zwei Seniorinnen führte von der B 299 direkt in den Hessenreuther Wald und schließlich in den Graben. Die beiden Damen hatten unglaubliches Glück, dass sie den Unfall unbeschadet überstanden haben und der Förster ihnen zu Hilfe gekommen war. Bild: rw
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Erbendorf
10.03.2016
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Unglaubliches Glück hatten am Dienstag zwei Seniorinnen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Die 78-jährige Fahrerin eines Opel Astra war am späten Nachmittag mit ihrer 81-jährigen Beifahrerin auf den Nachhauseweg von einem Krankenbesuch in einer Erbendorfer Reha-Klinik.

Wie auf dem Hinweg benutzte die Fahrerin das Navigationsgerät ihres älteren Opels. Zunächst verlief die Fahrt auf der Bundesstraße 299 ohne Komplikationen. Am Abspann, der höchsten Stelle des Hessenreuther Berges, empfahl das Gerät, nach links abzubiegen. Die rüstigen Rentnerinnen folgten ohne zu zögern der Ansage und bogen auf einen Waldweg ab. Dass die Strecke schneebedeckt war, machte ihnen zunächst keine Sorgen. Das sollte sich bald ändern. Die Damen fuhren immer tiefer in den Wald - fast vier Kilometer weit.

Kein Empfang für Notruf


In einer vereisen Kurve rutschte der Opel schließlich eine rund vier Meter tiefe Böschung hinunter. Das Auto blieb auf der Seite liegen. Die Insassen überstanden den Unfall völlig unbeschadet. Mit vereinten Kräften schafften sie es, sich aus dem Fahrzeug zu befreien und zum Waldweg hinaufzuklettern. Per Handy wollte die Fahrerin Hilfe verständigen. Doch ausgerechnet an dieser Stelle war kein Netz verfügbar.

Deshalb machten sich die Seniorinnen zu Fuß auf den Weg. Inzwischen hatte es schon angefangen zu dämmern. Und abermals hatten beide großes Glück. Nachdem sie schon eine geraume Zeit mit völlig unpassendem Schuhwerk auf dem vereisten Weg gelaufen waren, trafen sie auf den Förster, der wegen der Wildfütterung mit seinem Geländewagen unterwegs war.

Da er das Unfallfahrzeug nicht herausziehen konnte und nicht auszuschließen war, dass Betriebsstoffe auslaufen, verständigte er den Notruf. Die Polizeiinspektion Kemnath erreichte gegen 17.45 Uhr ein Anruf wegen eines vermeintlichen Unfalls auf der B 299 zwischen Erbendorf und Pressath. Jedoch sollte die "Unfallstelle" nicht auf der Bundesstraße sondern mitten im Wald sein. Dorthin beorderte die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz die Feuerwehr Erbendorf.

Die beiden Damen wurden ins Feuerwehrhaus gebracht. Die Bergung des Unfallfahrzeuges übernahm ein Abschleppunternehmen.
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