Oberpfälzer Imkertag in Erbendorf
Schwarm fürs Leben

Vorsitzender Klaus Schmidt (links) stellte beim Oberpfälzer Imkertag den elfjährigen Simon Kreuzer als neues und jüngstes Mitglied vor. Bild: njn
Vermischtes
Erbendorf
24.03.2016
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Ob als Honig aufs Brot oder Met im Glas - Imkerprodukte schmecken. Doch das Schaffen der Bienenzüchter bedeutet mehr als nur kulinarischen Genuss. Beim Oberpfälzer Imkertag in Erbendorf gab es für die wichtige Arbeit sehr viel Anerkennung.

"Ich bin überwältigt von so vielen Besuchern", sagte Klaus Schmidt, Vorsitzender des örtlichen Imkervereins, der sein "150-Jähriges" feierte. Dass der Oberpfälzer Imkertag in der Steinwaldstadt stattfinde, verleihe dem Jubiläum einen besonderen Rahmen. Einen Dank sprach Schmidt dem Bezirksvorsitzenden aus, der es ermöglichte, die Veranstaltung vor Ort abzuhalten.

"Die Geschichte der Imkerei, auch Zeidlerei genannt, lässt sich bis 1362 zurückverfolgen", berichtete Schmidt. Wo sich heute der Flurbezirk Zeidelweid, nahe der Fichtelnaab vom Bergwerk Richtung Grötschenreuth befinde, standen vor Jahrhunderten ein gleichnamiger ein Hof und ein Hammerwerk.

Holpriger Werdegang


"Wie der Waldsassener Heimatpfleger Robert Treml zur Geschichte der Bienenzucht im Landkreis Tirschenreuth schrieb, wurde der Verein in Erbendorf 1865 gegründet." Bereits 1869 scheint dieser wieder eingegangen zu sein, 1887 zählte er 36 Mitglieder und zur Wiedergründung 1916 nur 13. Eine lückenlose Vereinsgeschichte gebe es aber nach der erneuten Gründung 1953 bis heute. "50 Mitglieder zählte er damals." Heute seien es 61, darunter 45 Imker. "Damit sind wir der mitgliederstärkste Imkerverein im Kreisverband." Schmidt machte auf Höhepunkte der Vereinsgeschichte aufmerksam. So kostete im 1916 ein Pfund Honig 1,50 Mark. In den 60er Jahren war Geselligkeit wichtig: Preisschafkopf-Turniere brachten etwas Geld in die Vereinskasse. "Im Protokollbuch steht aber auch, dass die Stadt ab und zu kräftig bei der Vergnügungssteuer für diese Veranstaltungen zugriff." Seit Anfang 1980 bis heute gelte die Imkerarbeit unter anderem der Bekämpfung der Varroa-Milbe. "Gerade jetzt seien Fort- und Weiterbildung gefragt", so Schmidt. Der Bienenkenner und Vorsitzende Hans Dötterl könne viel an Wissen an den Verein weitergeben.

"Solange es Bienen gibt, solange wird es den Imkerverein geben. Wir müssen aber dafür eine Lösung zugunsten der Bienen finden." Sie seien ein moderner Bioindikator. "Ohne Imker können sie aber nicht überleben", stellte Schmidt klar. Der Verein müsse daher unbedingt neue Mitglieder gewinnen. Eines hat er schon: Den elfjährigen Simon Kreuzer, der beim Veranstaltungstag schon hinter den Kulissen mitwirkte.

Den verhinderten Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler vertrat Bezirksrat Toni Dutz. "Der Bezirk fördert seit vielen Jahren die regionale Imkereien", stellte er fest. Dafür stünden 4000 Euro zur Verfügung. "Wir wollen mit unserem Zuschuss einen Beitrag zur Erhaltung und Pflege der Oberpfälzer Kulturlandschaft leisten."

Ein Kreislauf


Auch im Freilandmuseum Neusath-Perschen werde die Kulturlandschaft gepflegt. "Dort werden ebenfalls Bienenvölker gehalten", erklärte Dutz. Der Bezirksrat betonte, dass der volkswirtschaftliche Nutzen der fleißigen Bienen um das 15-fache größer sei als bei der Honigproduktion. "Ohne Bienen keine Befruchtung und damit keine Ernte."

"Unsere Natur, Imkerei, Kultur- und Landwirtschaft gehören zusammen", sagte stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler. Er zeigte sich stolz, dass der Oberpfälzer Imkertag im Landkreis Tirschenreuth stattfinde. Er schätze Imkerprodukte sehr. An den Vorsitzenden überreichte Scheidler eine Spende. Auch Bürgermeister Hans Donko weiß, wie wichtig die Imkerei ist: "Wenn die Biene die Erde verlässt, wird es auf der Erde kein Leben mehr geben."
Solange es Bienen gibt, solange wird es den Imkerverein gebenKlaus Schmidt
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