Osternachtsfeier in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Jesus der wahre Orpheus

Mit einer Lichterfeier im Kirchenpark begann am Ostersonntag die Feier der Osternacht in der katholischen Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt. Pfarrer Martin Besold (links) entzündete die neue Osterkerze. Bild: njn
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Erbendorf
29.03.2016
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Die Bedeutung der Auferstehung Jesu für die Gläubigen und die ganze Welt erklärt laut Pfarrer Martin Besold das "Lied vom Leben". Dieses verglich er in der Osternachtsfeier in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit der Orpheus-Sage der alten Griechen.

"Halleluja, Jesus lebt. Der Tod hat nicht das letzte Wort, die Liebe Gottes ist stärker." Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Martin Besold die Feier, in der er die Sage über Orpheus näher beleuchtete. Dieser sei ein begnadeter Sänger und Musiker gewesen. Er habe so schön gesungen, "dass sich die wilden Tiere friedlich um ihn scharten, Bäume sich zu ihm hinneigten und sogar harte Felsen zu weinen begannen". Aber seine Frau Eurydike sei von einer giftigen Schlange gebissen worden. Sie musste hinab in die Unterwelt in das Reich des Todes.

Dorthin sei Orpheus hinabgestiegen, um sie ins Leben zurückzuholen. Dank eines Liedes sei er am Höllenhund Zerberus vorbeigekommen. Die Unterweltfürsten Hades und Persephone waren von Orpheus Liebe so begeistert, dass sie ihm gestatteten, seine Frau in das Land des Lebens mitzunehmen. Allerdings durfte er sich während des Weges nicht zu ihr umdrehen.

"Je länger der Weg dauerte, umso stärker wurden die Zweifel des Orpheus, ob ihm Eurydike wirklich folgt", berichtete Besold. "Irgendwann drehte er sich doch um und verlor so seine Eurydike für immer." Die Todesgrenze bleibe in der griechischen Sage unbezwingbar. Diese sei der jungen christlichen Kirche im ersten und zweiten Jahrhundert nicht unbekannt gewesen. "Es ist daher kein Zufall, dass die Gestalt des Orpheus mit seiner Lyra an manchen christlichen Begräbnisstätten dargestellt wurde." Denn die Christen seien überzeugt gewesen, das Jesus alleine der wahre Orpheus war. "Denn Jesus hat es tatsächlich geschafft, mit seiner Liebe die Grenze des Todes zu durchbrechen." Zudem sei er, wie der griechische Held, hinabgestiegen in das Reich des Todes. "Das bekennen wir Christen bis heute im Glaubensbekenntnis." Jesus Christus sei in den Tod gegangen, aus Liebe zu uns Menschen, stellte Besold fest. Denn alle seien dem Tod verfallen.

"Wir hören dieses Lied vom Leben bereits in der Taufe", merkte der Pfarrer an. "Mit ihm und durch ihn, Jesus Christus, empfangen wir in der Taufe schon das neue, ewige Leben. "Dieses Lied vom Leben heute wieder neu zu hören, ist mein Osterwunsch an sie", sagte er abschließend zu den Gläubigen.

Musikalisch gestalteten den Gottesdienst der katholischen Kirchenchor und das Kirchenorchester unter der Leitung von Stefanie Rüger. Zum Ende der Feier der Osternacht segnete Besold die Osterspeisen wie Brot, Salz, Ostereier, Geräuchertes und Osterlamm.
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