Professor Dr. Stefan Dötterl beim Oberpfälzer Imkertag
Aus einer großen kleinen Welt

Vermischtes
Erbendorf
31.03.2016
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"Von wilden Bienen, Blüten und rätselhaften Bienenparasiten." Das Referat von Professor Dr. Stefan Dötterl war der Höhepunkt des Oberpfälzer Imkertages in der Stadthalle. Der Experte gab bemerkenswerte Einblicke in die kleine große Welt der Bienen.

Bienenfachmann Dötterl ist ein Steinwaldgewächs. Aufgewachsen in Sassenhof, entfache Vater Hans die Begeisterung. Hans Dötterl ist heute Ehrenvorsitzender des Imkervereins, der Sohn lehrt an der Uni Salzburg im Fachbereich Ökologie und Evolution. "Von den Wildbienen gibt es rund 20 000 Arten wovon gut 550 in Deutschland heimisch sind", erklärte er eingangs. Dötterl gab aber auch zu, dass noch vieles aus der Bienenwelt unbekannt sei. Wie Bienen ihre Pflanzen finden, sei etwa noch "weitgehend unbekannt." Sicher sei aber, dass der Duft entscheidend ist. "Ein Stoff, den wir nicht riechen können."

Er zeigte, dass manche Wildbiene von nur einer Pflanze abhängig ist. Der Gilbweiderich sei etwa nur für Ölbiene interessant, die ihre Larven mit Öl und Pollen füttert. Einblick gewährte Dötterl auch in den Nestbau. "Bis zu 40 Zentimeter gräbt beispielsweise die Weidensandbiene ihren Tunnel ins Erdreich, um darin die Brutzellen anzulegen." Die Schneckenhausbiene nutze zum Nestbau leere Schneckenhäuser. "Nach der Eiablage füllt es das Schneckenhaus mit Steinen und dreht es sogar um."

Der Professor ging in seinem Vortrag auch auf Parasiten ein. So sei die Wespenbiene eine parasitische Kuckucksbiene, deren Larven sich in fremden Nestern entwickeln. Die Brutzellen des schwarzen Ölkäfers nimmt die Wildbiene an ihrem Körper mit ins Nest. Dort fressen die Larven dann die Bieneneier, Bienenlarven und alle Futtervorräte weg.

Besonders die Weidensandbiene habe mit dem Fächerflügler zu kämpfen. "Infizierte Bienen schlüpfen früher und ändern auch ihr Aussehen", so Dötterl. Die Imker konnte er aber beruhigen: "Der Fächerflügler kann sich an der Honigbiene nicht entwickeln." Dötterl riet, die Wildbiene im eigenen Garten zu fördern. Dies beginne bei der Bepflanzung mit Glockenblumen, Gilbweiderich oder Natternkopf. Auch der Wollziest ziehe Bienen an. Für den Nestbau reiche schon ein Insektenhotel.
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