Qualitätswanderweg auch in Tschechien
Goldsteig weist den Weg

Der Qualitätsweg "Goldsteig" hat dem Wandertourismus im Oberpfälzer Wald Aufwind verliehen. Ein ähnlicher Weg mit gleichen Standards soll im kommenden Jahr in Tschechien entstehen. Archivbild: ui
Vermischtes
Erbendorf
27.10.2016
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Der Tourismus lässt im Oberpfälzer Wald kräftig die Kassen klingeln. 1,32 Millionen Übernachtungen haben im vergangenen Jahr 109 Millionen Euro Umsatz beschert. Auch heuer zeichnen sich Zuwächse ab. Trotzdem ist der Tourismusverband mit der Situation nicht zufrieden.

Untersuchungen haben nämlich an den Tag gebracht, dass Urlauber in anderen Regionen viel mehr Geld ausgeben als in den Kreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth und Schwandorf sowie in der Stadt Weiden. Hier lassen die Übernachtungsgäste im Schnitt 83 Euro pro Tag liegen. "Im Schwarzwald gibt ein Gast 130 bis 140 Euro pro Tag aus, in Südtirol sogar 150, und das bei gleicher Leistung", monierte Franz Löffler, Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern. "Daran müssen wir arbeiten", forderte der Chamer Landrat und Bezirkstagspräsident am Mittwoch in Erbendorf.

In Europa einmalig


Dort, am Fuße des Steinwalds, trafen sich die Gastronomen, Hoteliers, Landräte, Bürgermeister, Fremdenverkehrsachbearbeiter und andere Netzwerker zum 13. Oberpfälzer Tourismustag. Rund 250 Teilnehmer bedeuteten Rekordbesuch. Und die Besucher bekamen eine weitere wichtige Neuigkeit zu hören: Der Goldsteig bekommt einen "Bruder", und zwar im Böhmerwald. Analog zum deutschen Qualitätswanderweg wird jenseits der Grenze mit Interreg-Förderung ebenfalls eine Trasse ausgewiesen, die höchste Standards erfüllt. "Die Gespräche mit den tschechischen Partnern laufen", verriet Alexandra Beier, Tourismusreferentin des Landkreises Schwandorf. "Mit unserem Goldsteig und dem ebenfalls zertifizierten Nurtschweg sind wir dann bald eine wunderbar große Wanderregion, die es so in Europa nicht noch einmal gibt."

Mit am Tisch sitzen bei der Planung die Regionen Pilsen und Südböhmen. Die Förderung ist nach Auskunft des Tourismusverbandes Ostbayern in trockenen Tüchern. 2017 soll der Startschuss für das auf drei Jahre angelegte Projekt erfolgen. Ein guter Zeitpunkt, denn im gleichen Jahr feiert die Tourismusbranche das zehnjährige Bestehen der deutschen Achse.

Radltourismus im KommenAuch wenn nächstes Jahr damit das Wandern wieder ein großes Thema wird, soll auch der Radtourismus nicht vernachlässigt werden. Beier kündigte in allen drei Landkreisen Qualitätsverbesserungen der Radwege-Infrastruktur an. Über ein Leader-Projekt entwickeln die Touristiker eine Oberpfälzer-Wald-Runde und bauen ein Netz von 80 neuen Ladestationen für E-Bikes auf. Schon jetzt zeigt sich, dass diese Hilfsmotoren dem hügeligen Oberpfälzer Wald ganz neue Möglichkeiten und Zielgruppen eröffnen. Beier: "Viele Betriebe hatten heuer so viele Radlergäste wie noch nie zuvor." (wb)


Im Schwarzwald gibt ein Gast 130 bis 140 Euro pro Tag aus, in Südtirol sogar 150, und das bei gleicher Leistung. Daran müssen wir arbeiten.Franz Löffler, Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern
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