Sanierungsarbeiten auf der B 22
Ende der Sperrung in Sicht

Auf voller Breite der Straße verteilt die Asphaltiermaschine die schwarze Masse. Bilder: pckl (2)
Vermischtes
Erbendorf
05.08.2016
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Etwa 75 mal am Tag müssen LKW die Asphaltiermaschine mit neuem Material befüllen.

Lkw rollen an, Walzen lassen die Erde unter den Füßen vibrieren. Doch der Star unter den Baumaschinen ist die Asphaltiermaschine. Die Arbeiten auf dem gesperrten Streckenabschnitt der B 22 laufen gut. Ende nächster Woche wird sie voraussichtlich wieder befahrbar sein.

Wildenreuth. Die Autofahrer können aufatmen. "Wenn die Arbeiten weiter so gut voranschreiten, kann die Straße voraussichtlich Mitte August freigegeben werden", bestätigt Gerhard Kederer vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. "Natürlich hängt es auch vom Wetter ab, wie zügig wir arbeiten können", erklärt er. Bei starkem Regen haften die verschiedenen Asphaltschichten nicht aneinander, sagt Bauleiter Gerhard Hecht. Aber trotz des wechselhaften Wetters ist auch Hecht mit dem Verlauf der Bauarbeiten zufrieden.

Auf neue Ausbesserungsarbeiten müssen sich Autofahrer in nächster Zeit nicht einstellen. Denn der Abschnitt ist der letzte auf der Strecke zwischen Erbendorf und Wendersreuth. Es sei möglich, dass demnächst zwischen Erbendorf und Weiden ein Abschnitt erneuert wird, aber nicht in so naher Zukunft, sagt Kederer. "Im Groben sind wir jetzt durch."

Kederer und Hecht sind sich einig: Die Sanierung ist unbedingt notwendig, denn die alte Schicht war zu schwach. Die vielen Autos und noch mehr die Lkw haben den Straßenbelag stark belastet. Dadurch bildeten sich im Lauf der Jahre Querrisse. Außerdem kommen nach dem Abfräsen viele Schäden zum Vorschein, die von außen gar nicht sichtbar sind. Insgesamt wurden 900 bis 1 000 Quadratmeter der Tragschicht ausgebessert, sagt der Bauleiter.

2000 Tonnen am Tag


Auf einer Länge von fast 1,2 Kilometern wird die Asphaltdecke der B22 erneuert. Zunächst haben die Facharbeiter vier Zentimeter des alten Belags abgefräst, die unbeschädigten Teile der darunterliegenden Tragschicht bleiben bestehen. Das Auftragen eines Haftklebers sorgt dafür, dass sich die alte und die neuen Schichten verbinden. Am Donnerstag war nun die Binderschicht an der Reihe. Etwa 2 000 Tonnen Material brachten die Zugmaschinen allein an diesem Tag zur Baustelle. Das entspricht ungefähr 75 Lkw-Ladungen.

Das Auftragen der Binderschicht sei ein wichtiger Arbeitsschritt, denn sie erhöht die Tragfähigkeit der Deckschicht. Diese folgt dann nächste Woche. Danach fehlt nur noch das Bankett. "Die Lebensdauer der neuen Asphaltdecke beträgt mindestens 20 Jahre, auch wenn die Haltbarkeit natürlich von der Belastung abhängt. Der viele Schwerverkehr verkürzt die Haltbarkeit", erklärt Hecht.

Wie im Backofen


Der Bauleiter wünscht sich allerdings etwas mehr Verständnis seitens der Autofahrer. "Alle wollen auf guten Straßen fahren, aber niemand will Baustellen in Kauf nehmen." Immer wieder tauchen an den Enden der Baustelle Auto- oder Lkw-Fahrer auf, die die Beschilderung nicht beachten oder nur dem Navigationsgerät folgen und sich dann ärgern, weil es nicht mehr weiter geht, sagt er.

Doch nicht nur das, auch die große Hitze erschwert die Arbeit. Das Mischgut hat eine Temperatur von 170 bis 190 Grad. Wenn von oben noch die Sonne brennt, ist es manchmal wie im Backofen. "Hier geht es einigermaßen, weil der Wind ein bisschen weht", meint Hecht. Trotzdem müssen sie bis zu zehn Liter am Tag trinken, erzählt einer der Arbeiter auf der Baustelle.
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