Sternradwallfahrt nach Wildenreuth
Mit dem Rad zum Gottesdienst

Der Wildenreuther evangelische Pfarrer Manuel Sauer (links) und der katholische Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf feierten gemeinsam den ökumenischen Atempause-Gottesdienst in der Jakobus-Kirche. Bild: njn
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Erbendorf
30.07.2016
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"Schön, dass sie sich mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto auf den Weg in die St. Jakobuskirche gemacht haben", begrüßte Pfarrer Manuel Sauer die Gläubigen im Gottesdienst im Anschluss an die Sternradwallfahrt.

Wildenreuth. Der Simultankirchenradweg verbindet in der nördlichen Oberpfalz ehemalige und noch bestehende Simultankirchen. Eine davon ist die St. Jakobs-Kirche in Wildenreuth, die an der Schleife 10 des Radwegs liegt. Schleifenkoordinator Pfarrer Martin Besold und Pfarrer Manuel Sauer erfüllten diese Schleife jetzt mit Leben. Zum Atempause-Gottesdienst luden sie zu einer Sternradwallfahrt aus den Kirchengemeinden Windischeschenbach, Krummennaab, Thumsenreuth, Kirchendemenreuth und der katholischen Pfarrei Erbendorf ein.

Pünktlich zum Gottesdienst kamen die Radfahrer aus allen Himmelsrichtungen angefahren, unter ihnen auch Pfarrer Besold selbst, der in Erbendorf startete. "Die evangelischen Christen tun sich mit Heiligen eigentlich schwerer als die katholischen Christen", stellte Pfarrer Sauer fest. "Aber als Vorbilder im Glauben sind uns die Heiligen auch wichtig." Dabei zitierte Sauer aus der Confessio Augustana, wonach die evangelischen Gläubigen den Heiligen gedenken sollen, damit der Glaube gestärkt werde.

"Die verschiedenen Gemeinden der Schleife 10 haben sich heute aufgemacht, sich in der Jakobuskirche in der Seele stärken zu lassen", merkte Pfarrer Besold an. In der Predigt, die Sauer und Besold im Dialog führten, betonte Besold, dass der Kirchenpatron Jakobus "es aber faustdick hinter den Ohren hatte".

Besold führte aus, dass Petrus und Jakobus einmal Jesus alleine gesprochen hätten, wobei es um Macht und die Zukunft des Reiches Gottes ging. "Petrus und Jakobus wollten, salopp gesagt, ihre Pfründe sichern und neben Jesus sitzen", sagte Sauer. Besold führte weiter aus, dass sie sich dabei von den anderen zehn Aposteln wegstehlen, um Jesus für ihren eigenen Vorteil zu gewinnen.

Doch wie beide Pfarrer bestätigten, seien die Worte Jesu deutlich. "Wer euer Herrscher sein will, soll euer Diener sein", fügte Besold an. "Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben." Nach Pfarrer Sauer sei es deshalb gut, dass es Menschen gebe, die vorleben, was Jesus sagt. Als Beispiel nannte er den erst vor kurzem verstorbenen Journalisten Rupert Neudeck. "Mit seinem Verhalten hat er gezeigt, dass dieses in die Gesellschaft hineingereicht hat." Trotzdem tue sich die Allgemeinheit mit solchen Menschen schwer.

Musikalisch umrahmt wurde der ökumenische Gottesdienst vom Ensemble "Vocalista-ad-hoc" aus Erbendorf. Im Anschluss fand ein zünftiger Dämmerschoppen auf dem Wildenreuther Dorfplatz statt.
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