Studienreise
Flechten und Alleen

Vermischtes
Erbendorf
23.11.2016
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Eine Studienreise führte junge Forststudenten aus Weihenstephan in den Landkreis Tirschenreuth. Zum Thema Waldnaturschutz gab es im Waldnaabtal einige Seltenheiten zu bestaunen.

Begeistert waren Studenten der Hochschule Weihenstephan vom Landkreis Tirschenreuth und seiner noch unverfälschten und kaum vorbelasteten Landschaft. In einer Waldnaturschutz- und Flechtenexkursion besuchten die jungen Forststudenten Waldnaabtal und Steinwald rund um das Waldhaus. Zu der Studienreise lud Johannes Bradtka, Förster am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth, ein. Er ist auch Lehrbeauftragter für Waldnaturschutz an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan.

Am Vormittag stand das Waldnaabtal mit seinen Granitfelsformationen auf dem Programm. Die Studenten entdeckten viele vom Aussterben bedrohte Flechtenarten. "Flechten sind eine Lebensgemeinschaft aus einem Pilz und einer Alge. Circa 2100 Arten gibt es in Deutschland, rund zwei Drittel davon sind gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht", erklärte Lehrbeauftragter Bradtka. Insbesondere das Waldnaabtal und der Steinwald sind reich an Flechten.

Ebenso beeindruckt waren die Studenten von den vielen kleinen und großen Felsen im Steinwald und von der alten Bergahorn-Allee hin zum Waldhaus. Der Kemnather Förster wies auf den landschaftsästhetischen und naturschutzfachlichen Wert von Solitärbäumen und Alleen in und außerhalb von Wäldern hin: Fast 30 Flechtenarten, darunter sehr viele Raritäten finden auf der Waldhaus-Allee ihren Lebensraum. Sie bieten auch für viele Käfer, Moose und Pilze Lebensraum und haben daher unschätzbaren Wert. "Leider werden alte und noch gesunde Alleebäume oft durch eine vollkommen übertriebene Verkehrssicherung beseitigt", so der Förster am Ende der Exkursion.
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