Tagung der Ökologischen Akademie e.V. in Bad Alexandersbad
Speed-Dating mit der Steinwald-Allianz

Glückliche Raumpioniere: Vorsitzender Hans Donko (rechts) und Geschäftsführer Martin Schmid präsentieren die aktuellen Projekte der Steinwald-Allianz. Dabei hält Donko bereits sein Lieblingsprodukt, das Bio-Mohnöl, in den Händen. Bild: njn
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Erbendorf
09.03.2016
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Die Steinwald-Allianz sieht sich aufgrund seiner Projekte und Arbeitsweise als "Raumpionier". "Raumpioniere warten nicht auf offizielle Signale, sie fangen einfach an", philosophiert Vorsitzender Hans Donko bei der Tagung der Ökologischen Akademie in Bad Alexandersbad.

/Bad Alexandersbad. Bei der Tagung trafen sich Akteure aus vielen Gemeinden Bayerns, um bei einer Art Speed-Dating verschiedene Praxisbeispiele und Möglichkeiten selbstorganisierter Gemeindeentwicklung im ländlichen Raum kennen zu lernen. Impulse für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung holen: das war das Ziel des Zusammentreffens im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum in Bad Alexandersbad.

Sogenannte "Raumpioniere" spielten bei der Tagung eine zentrale Rolle. Sie bilden in ländlichen Räumen mit ihren sozialen, kulturellen, infrastrukturellen und ökonomischen Innovationen eine relevante Akteursgruppe. "Sie stöbern Probleme wie Potenziale gleichermaßen auf, entwickeln unkonventionelle, kreative Lösungsmuster, wollen ihre Lebensqualität aktiv mitgestalten", sagte Impulsgeberin Kerstin Faber.

Die Steinwald-Allianz wird von den Veranstaltern ebenfalls als ein solcher "Raumpionier" gesehen: gemeinschaftsorientiert, kultur- und identitätsstiftend. Daher präsentierte der Geschäftsführer der Steinwald-Allianz, Martin Schmid, den Zweckverband in einem Speed-Dating.

Kontakte knüpfen


Statt wie beim herkömmlichen Speed-Dating zur Partnersuche ging es in Bad Alexandersbad darum, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Jeder Vertreter gab innerhalb von nur zehn Minuten einen Einblick in dessen Konzept zur ländlichen Entwicklung. Schmid stellte die Steinwald-Allianz mit seinen 16 Mitgliedsgemeinden als besondere Arbeitsgemeinschaft vor, die rechtlich als Zweckverband fungiert und somit für Verbindlichkeit sowie eine gleichberechtigte Partnerschaft sorgt. Außergewöhnlich sei nach Ansicht der Teilnehmer vor allem, dass Politiker und Kommunen selbst die Rolle der Raumpioniere einnehmen, wo andernorts gegen die Bürokratie gekämpft werden muss.

"Bei der Durchführung gemeindeübergreifender Projekte, wie dem Radwegebau, den Aufgaben des Fremdenverkehrs oder der Daseinsvorsorge, kooperieren die 16 Gemeinden in vielen Bereichen und können so einfacher Pläne umsetzen", führte Schmid aus. Vor allem die Trägerschaft als "staatlich anerkannte Öko-Modellregion" und die gemeindeübergreifende touristische Vermarktung überzeugte die Zuhörer.

Mehr Akzeptanz


Neben einer solchen Zweckgemeinschaft kann sich Kerstin Faber, Dozentin am Karlsruher Institut für Technologie im Fachbereich Städtebau, vom Bürgerbus bis zur Schulgründung alles vorstellen, um die Daseinsvorsorge in ländlichen Regionen zu verbessern. Sie sprach in ihrer Rede neben den Möglichkeiten auch die Hindernisse an, die vor allem auf die bereits angesprochenen staatlichen Regularien zurückgehen.

Faber fordert daher eine breitere Akzeptanz auf politischer Ebene und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft und Staat. "Raumpioniere bauen nachhaltige, anschlussfähige und kooperative Projekte auf, die Motor für die Entwicklung einer ganzen Region werden können ."
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