Tagung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Nordoberpfalz
Hilfe auch in der Nacht

Vermischtes
Erbendorf
10.02.2016
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Eine ganz besondere Zusammenkunft hatte die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Nordoberpfalz. Zum Informationsaustausch trafen sich die Verantwortlichen im Tagungsbereich des Aribo-Hotels, das erst am 18. März eröffnet wird. Das Treffen diente für Hoteldirektor Werner Pürner auch als Probelauf unter realistischen Bedingungen, der gut geklappt hat.

Die Berichte aus den Arbeitskreisen und -gemeinschaften zeigten den aktuelle Stand der Schaffung eines oberpfalzweiten Krisendienstes für psychisch kranke Menschen. Dieser ist in den Zeiten, in denen Beratungsstellen und Ärzte nicht erreichbar sind, also ab 17 Uhr bis früh morgens am anderen Tag, für Menschen da, die in eine akute psychische Krise kommen oder in ihr stecken.

Hierzu gab es eine Arbeitsgruppe des Planungs-und Koordinierungsausschusses des Bezirkes Oberpfalz, die von der Psychiatriekoordinatorin der Oberpfalz, Ann-Kathrin Magin, geleitet wurde. Diese Gruppe tagte seit 2014 insgesamt fünfmal, zuletzt am 15. Januar. Parallel zu dieser Entwicklung soll auf Landesebene ein Psychischkrankenhilfegesetz (PsychKHG) in diesem Jahr verabschiedet werden, das das derzeitige Unterbringungsgesetz ersetzen wird. Ein Bestandteil dieses Gesetzes wird sein, dass bayernweit in jedem Bezirk, also auch in der Oberpfalz, derartige Krisendienste geschaffen werden sollen. Hauptkostenträger werden voraussichtlich das Land sowie der Bezirk Oberpfalz sein.

Zu 80 Prozent können die Krisen telefonisch abgefangen werden. In 20 Prozent werden von einer zentralen Leitstelle Fachkräfte, die in Bereitschaft sind, vor Ort alarmiert, damit diese den in der Krise befindlichen Menschen vor Ort aufsuchen können und versuchen können, die Krise zu entschärfen. Bisher werden solche Notfälle von Rettungsdiensten, Notärzten und der Polizei bearbeitet.

Sehr oft kommt es zu Zwangsunterbringungen. Die Krisendienste sollen laut Entwurf eingeschaltet werden, wenn eine Situation entsteht, die zur Unterbringung führen kann. Ministerin Melanie Hummel will geschlossene Unterbringungen vermeiden.
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