Tagung zu Bio-Regio Bayern 2020
„Ein bisschen Bio“ reicht nicht

Bürgermeister Hans Donko (stehend, links) tauschte sich mit vielen Vertretern aus den Modellregionen über das Thema Bio aus. Auch Leitender Baudirektor Willi Perzl (Zweiter von links), Dr. Franz Ehrnsperger (Vierter von links) sowie (von rechts) Steinwald-Allianz-Geschäftsführer Martin Schmid und stellvertretender Landrat Roland Grillmeier nahmen an den Diskussionen teil. Bild: njn
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Erbendorf
22.10.2016
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Bio ohne Regio ist wie eine Kirche ohne Amen - so sieht das Dr. Franz Ehrnsperger, Chef der Neumarkter Lammsbräu. Dieser Meinung schlossen sich auch die Teilnehmer des Netzwerktreffens der bayerischen Öko-Modellregionen an.

Die Vertreter der Regionen waren begeistert von den Projekten der Steinwald-Allianz. Genauso beeindruckt waren sie, dass es in der Umsetzung des Landesprogramms "Bio-Regio Bayern 2020" vorangeht. Das Amt für Ländliche Entwicklung und die Steinwald-Allianz hatten Vertreter der zwölf anerkannten bayerischen Ökomodell-Regionen zu dem zweitägigen Treffen ins Aribo-Hotel eingeladen.

Zusammenarbeit wichtig


Mit Exkursionen, Diskussionen und Vorträgen informierten sie Teilnehmer über den aktuellen Stand der Projekte. Wie es um die Verdoppelung des ökologischen Landbaus in Bayern bis 2020 und um die Eigenversorgung Bayerns mit regionalen Bio-Erzeugnissen steht, zeigte eine Vortragsreihe. Die eröffnete Bürgermeister Hans Donko, erster Vorsitzender der Steinwald-Allianz.

Donko berichtete, dass der kommunale Zweckverband mit den 16 Mitgliedskommunen derzeit 52 Projekte in fünf Handlungsfeldern durchführe. Er hob hervor, dass die Modellregion Steinwald viel bewege. "Dabei ist aber wichtig, dass die zwölf Regionen verstärkt zusammenarbeiten", fuhr er fort. "Die Natur zeigt, wie wertvoll unsere Region ist", betonte stellvertretender Landrat Roland Grillmeier. Den Landkreis Tirschenreuth könne man dabei als Zukunftsregion bezeichnen. Er sprach auch den demografischen Wandel an. "In den vergangenen zehn Jahren hat der Landkreis gut zehn Prozent der Einwohner verloren." Ähnlich seien die Prognosen für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre. "Wir müssen agieren und junge Leute aus den Ballungsräumen zurückbringen."

Nach Ansicht des Leitenden Baudirektors am Amt für Ländliche Entwicklung, Willi Perzl, ist es nun an der Zeit für eine Kooperation. Er sei deshalb stolz, dass die Oberpfalz mit Amberg-Sulzbach, Neumarkt und der Steinwald-Allianz gleich drei anerkannte Öko-Modellregionen habe. "Im Bereich der ländlichen Entwicklung ist der Landkreis Tirschenreuth auf der Überholspur." "Das Thema Bio müssen wir in die Regionen bringen", merkte der Geschäftsführer der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ), Harald Ulmer, an. Besonders sei er erfreut, dass über Bio mittlerweile auch in den Regionen gesprochen wird. In den Städten gebe es eine starke Affinität zu Bio. "Bio muss auch in der Region kommuniziert werden."

Zu "Bio-Regio 2020" informierte Ulmer, dass bislang 1500 neue Bio-Betriebe gewonnen werden konnten. "Die Förderkulisse funktioniert bestens." Die Region werde nach seiner Aussage gestärkt und auch das Geld bleibe in der Region. "Der Bayerische Weg des ökologischen Landbaus ist der einzig richtige Weg."

Hans Meier, stellvertretender Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands in Amberg-Sulzbach, merkte an, dass derzeit ein Drittel der Bio-Milch aus Dänemark komme. "Ein Vakuum, das beseitigt werden muss. Dazu brauchen wir noch mehr Umsteller." Er forderte, dass alle Netzwerke mehr zusammenarbeiten müssten, um schneller ans Ziel "Bio-Regio 2020" zu kommen. "Von den Modell-Regionen bin ich begeistert", lobte Dr. Franz Ehrnsperger bei seinem Vortrag zum Thema "Hohe Umstellerraten - Risiko oder Chance?" Nach seinen Worten sei Bio und Regio der Königsweg. "Nur so sind wir glaubwürdig." Dabei wies er darauf hin, dass das Geld im Land bleibe und die Natur geschützt werde.

Verbraucher abholen


"Wir müssen unumkehrbare Strukturen schaffen", forderte Dr. Ehrnsperger. "Nur so können wir etwas in Bayern voranbringen." Um Bio an den Mann zu bringen, sei es wichtig, die Verbraucher mitzunehmen. Er produziere aber nicht auf Kosten anderer, was er seinen Kunden auch mitteile. Und ein Betrieb muss immer zu 100 Prozent Bio sein. "Die Einstellung ,Ich mach' ein bisschen Bio' wird nicht funktionieren."
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