Tierfilmer Andreas Kieling hilft bei der Rückkehr
Schirmherr für den Habichtskauz

Bild: dpa
Vermischtes
Erbendorf
08.10.2016
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Prominente Unterstützung für VLAB und Habichtskauz. Bei der Rückkehr des telegenen Kerlchens in seine einstige Oberpfälzer Heimat unterstützt ihn ein prominenter Tierfilmer.

Der genaue Geburtstermin für das Habichtskauz-Projekt (wir berichteten) des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz Bayern (VLAB) ist noch offen, der Taufpate steht nun aber fest: Am Freitag vermeldete der VLAB, dass sich Tierfilmer Andreas Kieling als Schirmherr zur Verfügung stellt. Filme - unter anderem für ARD, ZDF und Arte - machten Kieling bekannt. Der 56-Jährige liefert regelmäßig spektakuläre Bilder. Er stieg mit der Kamera zu Krokodilen ins Wasser, filmte Bären aus wenigen Schritten Entfernung. Aber auch in Deutschland fand er die Wildnis. Unter anderem hielt Kieling seine Wanderung entlang des ehemaligen Todesstreifens fest, präsentierte ihn als "Grünes Band" durch Deutschland.

Den Kontakt habe der Verein durch einen Brief hergestellt, berichtet VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka. Der Verein habe darin sich und das Projekt vorgestellt. "Wenig später hat sich Herr Kieling per Telefon gemeldet und zugesagt", berichtet Bradtka. Er wolle "sehr gerne" die Schirmherrschaft für "dieses tolle Projekt" übernehmen, lässt sich der neue Schirmherr zitieren.

"Ich bin sehr glücklich, den berühmten Tierfilmer zu gewinnen", sagt Bradtka. Neben der Heinz-Sielmann-Stiftung haben der VLAB und der Habichtskauz nun ein zweites prominentes Aushängeschild. Besonders freut sich Bradtka, dass Kieling nicht nur seinen Namen hergibt, er interessiere sich wirklich für das Projekt. "Herr Kieling hat bereits zugesagt, zu uns zu kommen, um sich vor Ort zu informieren."

Der VLAB plant ab 2017 den seit rund 100 Jahren in Nordostbayern ausgestorbene Habichtskauz wieder anzusiedeln. Über zehn Jahre sollen jährlich 15 bis 20 junge Käuze ausgewildert werden. Ziel des Projekts ist die Stärkung des Artenvielfalt. Zudem hat der VLAB pädagogischen Anspruch. Er möchte Schulklassen einbinden, um Kindern so ein positives Verhältnis zu Tieren und der Natur zur vermitteln.

Laut Bradtka liegen alle nötigen Genehmigungen vor, die Zusammenarbeit mit Züchtern sei vereinbart. Der Bayerische Staatsforst habe Unterstützung zugesagt. Finanziert wird das Projekt durch verschiedene Geldgeber, unter anderem die Heinz-Sielmann-Stiftung. Alleine in den ersten fünf Jahren kalkuliert der Verein mit Kosten von 650 000 Euro. Mit Widerstand rechnet Bradtka nicht, der Vogel gefährde weder Wild- noch Nutztiere, ernähre sich fast ausschließlich von Mäusen und anderen Schädlingen.

InfoveranstaltungDie Öffentlichkeit möchte der VLAB am Freitag, 18. November, über das Habichtskauz-Projekt informieren. Ab 19 Uhr lädt der Verein dann zur Infoveranstaltung in die Schlossschänke Friedenfels. Dort werden Ziele, Maßnahmen, Ablauf und Kooperationspartner vorgestellt sowie Fragen beantwortet.
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