Tipps von der Ökotrophologin
Fasten geht auch ohne Frust

Kristina Heinzel-Neumann. Bild: njn
Vermischtes
Erbendorf
10.02.2016
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Fasten, aber richtig: Diplom-Ökotrophologin und Ernährungsberaterin Kristina Heinzel-Neumann weiß, wie es geht. "Es gibt viele Varianten des Fastens", sagt die Expertin. "Aber wie wäre es mal mit einem anderen Blick auf die Fastenzeit?"

Heinzel-Neumann hat an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach studiert. Seit gut acht Jahren ist sie als Ernährungsberaterin selbstständig. "Lebe mit Genuss" ist ihr Motto, auch in der Ernährungsberatung. "Abnehmen und fasten geht auch ohne Frust."

Von Aschermittwoch bis Ostern sind es exakt 40 Tage plus sechs fastenfreie Sonntage. Zur Frage, was Fasten aber genau heißt, stellt die Heinzel-Neumann fest, dass man nicht auf alles verzichten muss. "Die Fastenzeit bietet uns die Chance auf innere Einkehr, zur Ruhe zu finden und bewusster zu leben." Denn der zeitlich begrenzte und bewusste Verzicht auf Nahrung schärft die Sinne und schafft Freiräume für Neues.

Heinzel-Neumann rät beim klassischen Fasten, wie Detox- oder Basenfasten, F.X. Mayr-Kur, Obstfasten oder Fasten nach Hildegard von Bingen, sich vorher zu informieren.,"am Besten von einem Fastenbegleiter oder einer Fastengruppe." Denn die Gemeinschaft oder die Begleitung von Fachleuten unterstützt nachhaltig das Wohlbefinden. "In jedem Fall ist ein kurzer Check-Up beim Arzt zu empfehlen." Menschen, die unter Diabetes oder Gicht leiden, sollten keine klassische Fastenkur machen.

"Was jeder in der Fastenzeit machen kann, ist bewusst aufs Leben zu schauen", rät die Ökotrophologin. "Was brauche ich gerade, was tut mir gut, wo möchte ich meine Prioritäten setzen - dass sind die Fragen, auf die man eingehen sollte."

"Gerade der sechswöchige Verzicht auf Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol oder auch aufs Handy können zum neuen Bewusstsein dieser lebensbereichernden Annehmlichkeiten führen", stellt sie fest. Für Heinzel-Neumann ist die Fastenzeit aber auch Gelegenheit, den Blick einmal anders auszurichten: "Wo kann ich meinem Leben einen Mehrwert geben."

Dazu gehört mehr Zeit für sich oder die Familie. "Schon ein Viertelstunde täglich für sich ganz alleine, bewusst genutzt, kann helfen, die eigene Mitte wieder zu finden." Nicht zu kurz kommen sollte ihrer Ansicht nach die Bewegung. "Zwei Mal in der Woche Bewegung, die Spaß macht, genügt." Oder aber einfach einmal einen vegetarischen Tag einlegen und dabei zu spüren, wie gut es tut, für sich selbst zu sorgen.

Ein Patentrezept hat die Expertin nicht für die Fastenzeit. "Schauen sie einfach auf ihr Wohlbefinden und was ihnen gut tut. Dann ist die Fastenzeit eine Bereicherung für Körper, Geist und Seele."
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