Um 16.35 Uhr kamen die Amerikaner über den Kaiserberg
Heute vor 72 Jahren Kriegsende in Erbendorf

Dieses Bild zeichnete Michael Schiller, der in Erbendorf am Kaiserberg bei Familie Bollmann einquartiert war. Der junge Mann hielt mit Bleistift den Einmarsch der amerikanischen Soldaten (links zwischen Zaun und Häusern) in der Steinwaldstadt fest. Fotos von jenem 20. April 1945 gibt es nicht. Repro: njn
Vermischtes
Erbendorf
19.04.2017
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(njn) " 20. April, Führers Geburtstag! Heute denkt niemand an den Mann, der sich in seinem Berliner Bunker verkrochen hat." Mit diesen Worten beschrieb der Lehrer und Ehrenbürger Wilhelm Gollwitzer in seiner "Geschichte der Stadt Erbendorf" den Einmarsch der US-Army in Erbendorf am 20. April 1945. Fotografien dieses Tages sind bis heute nicht bekannt. Dafür hat ein Hobbykünstler dieses Ereignis in einer Bleistiftzeichnung bildlich festgehalten.

Für die Erbendorfer Bürger war mit dem Einmarsch der Amerikaner die zwölfjährige NS-Gewaltherrschaft zu Ende. Nachdem bereits am 15. April 1945 die 11. Amerikanische Panzerdivision Bayreuth besetzte, marschierten sie am 20. April in Kemnath und noch am gleichen Tag in Erbendorf ein. Die amerikanischen Panzer rollten aus Richtung Grötschenreuth und über die Wetzldorfer Felder Richtung Stadt. Bevor sie einrückten, gaben sie drei Warnschüsse ab. Dabei fiel ein Geschoss in den Tauchersbach und ein anderes in das sogenannte "Mostseppl-Haus" in der Spitalgasse.

Um 16.35 Uhr kamen die Soldaten über den Kaiserberg herauf. Diese Uhrzeit schrieb der Zeichner auf sein Bild. Es war Michael Schiller, der bei der Familie Bollmann am Kaiserberg einquartiert war und so das Kriegsende in der Steinwaldstadt hautnah miterlebte. Das Original des Bildes befindet sich noch immer im Besitz der Familie Bollmann.
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