Umfrage unter CSU-Vorsitzenden
Merkel oder nicht Merkel? Das ist die Frage

"Ich wüsste keine Alternative zu Merkel." Zitat: Werner Nickl
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Erbendorf
02.09.2016
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Eschenbach/Kemnath. Macht sie es oder macht sie es nicht? Ganz Deutschland spekuliert über die erneute Kandidatur Angela Merkels als Spitzenkandidatin der CDU für die Wahlen 2017. Die Kanzlerin hüllt sich noch in Schweigen. Eine Umfrage unter Ortsvorsitzenden in der Region hat ergeben: Auch in der CSU herrscht zur K-Frage noch keine Einigkeit.

Kemnaths CSU-Vorsitzender und Bürgermeister Werner Nickl muss gar nicht lange überlegen. Für ihn gibt es nur eine Kandidatin: "Merkel, eindeutig. Ich wüsste keine Alternative." Nickl ist zufrieden mit Merkels Politik. "So wie sie es macht, macht sie es gut." Über manche Entscheidungen könne man zwar streiten, aber im Nachhinein weiß man es immer besser. Ein CSU-Kandidat käme für ihn nicht in Frage. "Die Stärken der CSU liegen in Bayern. Und eine starke CSU tut dem Bund gut." Dafür brauche man keinen CSU-Kanzler.

Gerald Morgenstern aus Grafenwöhr folgt voll und ganz der offiziellen Parteilinie der Union. Nach reiflicher Überlegung ist er sich sicher: "Die ganze Personaldebatte hat überhaupt keine Priorität. Die Gremien haben sich noch immer richtig entschieden." Und das werde auch bei dieser Kanzlerkandidatur der Fall sein. Wichtig sei jetzt erst einmal die Sachpolitik. Egal, wer es letztendlich wird, momentan sei es einfach noch zu früh, um dazu etwas zu sagen.

"Wir leben im Augenblick in stürmischen Zeiten", stellt Erbendorfs CSU-Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister Johannes Reger fest. Da sei eine Person wie Merkel ein Segen, ihre ruhige Art tue gut. "Trotzdem muss die Partei auch für langfristige Perspektiven sorgen." Die CDU müsse sich um Nachwuchs kümmern. "Man darf nicht so lange warten wie bei Adenauer und Kohl", denn irgendwann sei es zu spät. "Aber momentan ist Merkel die einzige, die in Frage kommt." Mit der CSU habe man im Bund Schwierigkeiten, eine Wahl zu gewinnen, meint Reger. Das Problem sei die Mehrheitsbildung. "Die Versuche der CSU sind ja bisher immer knapp gescheitert."

Andreas Reindl von der CSU Pressath wünscht sich eine Kandidatur Horst Seehofers. "Die CSU sollte einen eigenen Kandidaten stellen. Die Umfragewerte der CDU sind schlecht. Und je nachdem, wie die Landtagswahl am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern ausgeht, muss man auch über Alternativen zu Merkel nachdenken." Merkel zeige seiner Meinung nach bereits die ersten Abnutzungserscheinungen. "Merkels ,Wir schaffen das' war gut gemeint, ist aber in der Praxis viel schwerer umzusetzen als in der Theorie."

Ich wüsste keine Alternative zu Merkel.Werner Nickl


Die ganze Personaldebatte hat keine Priorität.Gerald Morgenstern


Wir leben in stürmischen Zeiten.Johannes Reger


Merkel zeigt erste Abnutzungserscheinungen.Andreas Reindl
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