Unspektakulär-reizvolle Landschaft
Kemnather Land zur „Landschaft des Jahres 2016“ gekürt

Ein Lindenbaum erinnert an die Auszeichnung des Kemnather Landes als "Landschaft des Jahres 2016". Zur Ehrung waren (von links) Uwe Schimpf, Stefan Hautmann (beide Heimat- und Kulturverein), stellvertretender Landrat Günter Kopp, die Vorsitzenden Georg Wagner (HuK) und Johannes Bradtka (VLAB), Bürgermeister Werner Nickl, VLAB-Geschäftsführer Andreas Schmiedinger, Stadtmanagerin Susanne Schiller und Franz Horn (HuK) auf den Waldecker Schlossberg gekommen. Bild: rw
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Erbendorf
28.11.2016
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Der Waldecker Schloßberg hat für Touristen und Einheimische eine Strahlkraft weit ins Kemnather Land und darüber hinaus.

Das Kemnather Land gehört nicht zu jenen Landschaften, die mit Seen und Königsschlössern Blicke auf sich ziehen. Für seine landschaftliche und kulturelle Vielfalt ist es für Bayern aber dennoch beispielgebend.

Waldeck. (rw) Das Gebiet rund um die Stadt Kemnath im Westen des Landkreises Tirschenreuth erhielt jetzt ein ganz besondere Ehrung. Die vielfältige Kulturlandschaft mit dem markanten Waldecker Schlossberg kürte der Verein für Landespflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) zur "Landschaft 2016". Die Auszeichnung nahm der Heimat- und Kulturverein Waldeck (HuK), der sich seit Jahren der Erforschung und Freilegung des ehemaligen Bergschlosses verschrieben hat, entgegen. Zur Erinnerung an die Auszeichnung pflanzten Vertreter von HuK und VLAB vor Bürgermeister Werner Nickl und stellvertretendem Landrat Günter Kopp im einstigen Alt-Waldeck einen Lindenbaum.

HuK-Vorsitzender Georg Wagner dankte Stadtmanagerin Susanne Schiller für die Erstellung der Präsentation und Rainer Sollfrank für die Fotos für die Bewerbungsunterlagen. Nickl zeigte sich stolz sowohl auf die Auszeichnung als auch das vorbildhafte Engagement des HuK. Er mahnte, mit der Landschaft verantwortungsvoll umzugehen. Kopp attestierte dem Schlossberg eine Strahlkraft für Touristen und Einheimische weit ins Kemnather Land und darüber hinaus.

Zum ersten Mal verlieh der VLAB das Prädikat "Landschaft des Jahres". Eine Fachjury hatte den Sieger des Wettbewerbs unter einem halben Dutzend Bewerbungen aus dem gesamten Freistaat ausgewählt. Mit der Auszeichnung will der VLAB künftig jährlich auf besonders schöne und schützenswerte Regionen in Bayern hinweisen, um sie vor Zersiedelung und Verschandelung, insbesondere auch durch den Bau von Windindustriegebieten, zu bewahren.

Bei der Fachjury des VLAB hat die Bewerbung des Kemnather Lands offensichtlich einen tiefen Eindruck hinterlassen. So setzte sich die Nordoberpfalz gegen Mitbewerber aus Oberbayern, sowie Mittel- und Oberfranken durch. Sie punktete mit dem abwechslungsreiche Gegensatz von prägnant geformten Hügeln, artenreichen Mischwäldern und flacheren, kleinteilig strukturierten, landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Diese Vielfalt mache den Reiz dieser Landschaft aus, meinten die Juroren. Von größeren Straßenbauten und Hochspannungsmasten, aber auch von Windindustrieanlagen sei das Kemnather Land, zumindest bisher, verschont geblieben.

Vom Waldecker Schlossberg mit der im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnten Burg aus lasse sich die stille Schönheit der alten Kulturlandschaft besonders gut genießen. Auch aus der Sicht des Natur- und Artenschutzes sei das Kemnather Land ein Juwel. Es gebe zahlreiche wertvolle Magerwiesenstandorte mit seltenen Orchideen- und weiteren vielfältigen Pflanzenarten. Ebenso fänden seltene Vogel- und Fledermausarten hier einen Lebensraum. Für Letztere seien die alten Keller am Fuße des Schlossbergs ein ideales Winterquartier.

Das alles werde sich ein Mitglied des VLAB-Landesbeirats in den nächsten Wochen vor Ort anschauen. Der Journalist, der unter anderem für die Zeitschrift "Natur" schreibt, werde Landschaft, Leute und Kultur vorstellen und den Bericht voraussichtlich im nächsten Jahr auf der Online-Plattform einer großen deutschen Tages- oder Wochenzeitung veröffentlichen, erkläre Bradtka.
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