Windrad-Pläne im Hessenreuther Wald
Bewährungsprobe für 10H

Der Blick über Riggau (Kreis Neustadt/WN) hinweg auf die Hügel des Hessenreuther Waldes. Dort könnten bald sieben Windräder stehen - mit einer Höhe von 230 Metern. Bild: njn
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Erbendorf
17.05.2016
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Der Verfassungsgerichtshof hat vergangene Woche die umstrittene 10H-Regelung bestätigt. Neue Windräder zu errichten, wird dadurch nicht einfacher. An ihren Plänen zum Bau von sieben Windräder mit einer Leistung von bis zu 3,5 Megawatt im Hessenreuther Wald hält eine Projektgesellschaft trotzdem fest.

Erbendorf/Pressath. Der Optimismus der Planer der Firma "Natural Energy Solutions" GmbH (Nes) mit Sitz in Schadenreuth (Kreis Tirschenreuth) ist allerdings etwas gebremst. Denn laut 10H-Regelung müssten Windkraftanlagen einen "Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden in Gebieten mit Bebauungsplänen und innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile" einhalten. Im Falle der geplanten Anlagen mit einer Höhe von 230 Metern wären das 2,3 Kilometer. Kleiner geht's aber nicht, denn der Wald darunter sorge für Turbulenzen und damit für unbrauchbaren Wind. Im "Einzugsbereich" von 2,3 Kilometern liegen die vier Dörfer Albenreuth, Aschenhof, Hessenreuth und Eppenhof. Direkt am Rande des Abstandsradius' liegen Guttenberg sowie die Erbendorfer Ortsteile Schloßzelch sowie Straßenschacht. "10H muss grundsätzlich eingehalten werden", erklärt "Nes"-Mitarbeiterin Mariella Schubert, "es sei denn, eine Bauleitplanung existiert". "Nes" will mit den angrenzenden Gemeinden "Einvernehmen" herstellen. Viel werde von der Einschätzung der Genehmigungsbehörden am zuständigen Landratsamt abhängen. Dort sollen im Sommer die Bauanträge eingereicht werden. Die "Nes" rührt unterdessen die Werbetrommel für ihr Vorhaben. Vor 150 Bürgern präsentierte sie in Erbendorf auch die Ergebnisse einer Windanalyse.

Drei Jahre getestet


Drei Jahre lang wurde auf dem Areal in 680 Meter Höhe mitten im Hessenreuther Wald geforscht, ob der Wind die Rotoren mit 130 Meter Durchmesser antreiben kann. Die Planer sagen: Ja, er kann. Mit 25 bis 117 Stundenkilometern pfeift der Wind über die Hügelkette. Der Grenzbereich zur Wirtschaftlichkeit sei damit überschritten. Der Zeitplan der "Nes" ist ehrgeizig. Sie hofft, bis Ende des Jahre die Baugenehmigung zu erhalten. Ende 2017 soll dann erste Strom ins Netz eingespeist werden. Die Schadenreuther setzen auf eine regionale Verwurzelung. Gewerbesteuer würde an die Stadt Erbendorf entrichtet. Als Investor steht die regionale Energiegenossenschaft NEW (Neue Energien West) bereit.

So wenig Widerspruch es in Erbendorf gab, so groß ist indes die Skepsis auf der anderen Seite des Hessenreuther Waldes. Nachdem sich die Hessenreuther Bürger klar gegen Windräder ausgesprochen hatten, folgte auch der Stadtrat von Pressath (Kreis Neustadt) diesem Votum.
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