Zweiter Vorfall bei selbem Opfer
Einbrecher verletzt junge Mutter (aktualisiert)

Symbolbild (Foto: dpa)
Vermischtes
Erbendorf
15.02.2016
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Am Donnerstag bemerkte eine junge Erbendorferin einen Fremden vor ihrem Fenster, die Polizei wollte nicht von einem Einbruchsversuch sprechen. Am Sonntag gab es keinen Zweifel. Die Frau überraschte wieder einen Fremden – diesmal in der Wohnung.

Der Alptraum begann mit Geräuschen im Schlafzimmer. Als die 27-Jährige am Sonntag gegen 21 Uhr nachsah, überraschte sie einen Fremden auf frischer Tat: Der Mann war dabei, das Schlafzimmer zu durchwühlen. Der Einbrecher reagierte rabiat, schlug auf die Frau ein, verletzte sie am Arm und im Gesicht.

Die junge Mutter war alleine mit ihrem Kind in der Wohnung im ersten Stock. Es gelang ihr, das Zimmer zu verlassen. Der Täter flüchtete über den Balkon, laut Polizei ohne Beute. Der Schaden liegt im dreistelligen Bereich.

Der erste VorfallVor zwei Tagen berichteten wir über den ersten Vorfall. Diesen Beitrag finden Sie hier: Verdächtige Person vor dem Fenster - Sorge vor Einbrecher
Für besonderes Aufsehen sorgt der Fall, weil die Polizei bereits am Donnerstag in der Wohnung am Kaiserberg war. Die Frau hatte sie um Hilfe gerufen, weil ein Fremder vor dem Fenster stand. Die Polizei wollte danach nicht von einem versuchten Einbruch sprechen. Kemnaths Inspektionsleiter Bernhard Gleißner verwies darauf, dass sich keine Spuren finden ließen. Er nannte den Vorfall eine „verdächtige Beobachtung“.

Begrenzte Ressourcen


Inzwischen wurde bekannt, dass Nachbarn schon in den Vortagen verdächtige Gestalten beobachtet hatten: Fremde sollen Fotos vom Umfeld gemacht haben.
Das Präsidium in Regensburg nimmt die Kemnather Polizisten ausdrücklich in Schutz: „Ich kann verstehen, wenn Betroffene und Nachbarn nach diesem Fall emotional reagieren. Aber wir Polizisten können nur unsere Arbeit machen“, erklärt Albert Brück. Der Sprecher der Regensburger Polizeibehörde versichert, dass seine Kollegen vor Ort in den Inspektionen jedem Hinweis nachgehen. Allerdings seien die Ressourcen begrenzt.

Dazu komme, dass derzeit sehr viele Hinweise aus der Bevölkerung eingingen. „Das ist auch gut so“, sagt Brück. Jeder Hinweis könnte der entscheidende sein. Allerdings könne nicht jeder Hinweis tatsächlich Schutz- oder Überwachungsmaßnahmen nach sich ziehen. Dafür reichten die Möglichkeiten nicht.

In Erbendorf wird dennoch Unmut laut, wenn auch nicht über die Beamten vor Ort, so doch über die im Innenministerium, die zu wenige Polizisten einsetzen. Die Außenstelle der Polizei in Erbendorf etwa ist seit Oktober unbesetzt. Damals ging Kontaktbeamter Franz Hösl in Pension. Einen Nachfolger gibt es nicht.

TäterbeschreibungDer Einbrecher soll laut der 27-Jährigen zwischen 25 und 30 Jahre alt und 1,70 bis 1,80 Meter groß sein. Der schlanke Mann trug weder Brille noch Bart. Er hat dunkle Haare. Bekleidet war er mit dunkler, eventuell schwarzer Jogginghose und dunkler, eventuell dunkelgrüner Kapuzenjacke.
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