Bio-Bauern an der Grenzmühle
Mohn als Steinwald-Spezialität

Im Gänsemarsch durchs Mohnfeld. Viele Landwirte interessierten sich für Erfahrung von Mohnbauer Josef Schmidt. Bild: njn
Wirtschaft
Erbendorf
23.07.2016
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Grenzmühle/Bärnhöhe. "Eigentlich hat der Mohn-Anbau im Steinwald bei 800 Höhenmetern und nur 20 Bodenpunkten gar keine Chance, sagt der österreichische Mohn-Züchter Georg Dobos. Dass die Pflanz trotzdem bestens wächst, bemerkten 30 Bio-Bauern und Neugierige bei der Informationsveranstaltung der Öko-Modellregion Steinwald.

Seit vier Jahren baut Bio-Landwirt Josef Schmidt Mohn auf der Bärnhöhe an. Als Mitarbeiter der Öko-Modellregion Steinwald ist er im Projekt "Sonderkulturen - Steigerung der ackerbaulichen Wertschöpfung" für Mohn zuständig. Vor vier Jahren leistete er hier Pionierarbeit. Mittlerweile sind es fast 10 Hektar Anbaufläche, vor allem im nördlichen Bayern, schätzt er. Das Interesse sei groß, bei den Verarbeitern, die bisher immer auf Import-Bio-Mohn zurückgreifen. So wird die Pflanze auch für Landwirte immer interessanter.

Bei der Infoveranstaltung war mit Dr. Georg Dobos ein Mohn-Fachmann dabei, der mit Josef Schmidt Auskunft über Anbau, Sorten, Ernte und Fruchtfolge gab. Letzteres ist für Dobos das Steinwälder Erfolgsgeheimnis: "Am wichtigsten ist eine gute Saatbettbereitung, eine flache Saat und nicht auf staunassen Böden anzubauen, denn nasse Füße mag er nicht", ergänzt Schmidt.

Die gängigste Praxis ist die Reihensaat, so dass zwischen den Reihen gehackt werden kann. Die Unkrautunterdrückung ist beim Mohn essenziell, da die Pflanze nach dem Aufgang eine ganze Zeit lang nahe am Boden bleibt. Andere Pflanzen sind da unwillkommene Konkurrenz. Das "Unkrautmanagement" war in diesem Jahr eine Herausforderung. "Der viele Regen im Frühjahr hat dem Unkraut gute Wachstumsbedingungen geliefert."

Ein anderes Konzept verfolgt Öko-Bauer Reinhold Bauer aus Siegritz, der in diesem Jahr zum ersten Mal versuchsweise Bio-Mohn angebaut hat. Er setzte auf Feinsaattechnik und Striegl zur Unkrautbewältigung. "Das viele Striegeln haben die Mohn-Pflanzen leider gar nicht gut vertragen", so sein Fazit. "Ich habe den Mohn kaputt gestriegelt." Aufgeben möchte er nicht. Im kommenden Jahr versucht es Bauer mit einer anderen Technik.

Beim Mittagessen zurück auf der Grenzmühle gab es ein Bio-Mohn-Menü des Restaurants "Die Villa" aus Weiden mit Mohn-Dressing an grünem Salat, Bio-Gulasch vom Roten Höhenvieh mit Mohn-Spätzle und zum Nachtisch Mohn-Eis mit Früchten. Auch die fünf Varianten Mohn-Kuchen mit Steinwälder wurden gerne angenommen.
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