Goldener Wurm für Bio-Landwirt Josef Schmidt aus Erbendorf

Josef Schmidt mit seiner Kuh der Rasse Rotes Höhenvieh. Auch weil er die Tiere in ihre alte Oberpfälzer Heimat zurückholte, gab es für den Bio-Landwirt den Goldenen Regenwurm. Archivbild: njn
Wirtschaft
Erbendorf
27.02.2015
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Still und heimlich, so wie ein Regenwurm den Boden verbessert, so arbeitet Josef Schmidt daran, den Steinwald zur Hochburg der Öko-Landwirtschaft zu machen. Dafür nahm er nun den angemessenen Preis in Empfang.

Josef Schmidt sammelt Titel wie der FC Bayern. Im vergangenen Jahr war der Öko-Landwirt aus Erbendorf Oberpfälzer Wiesenmeister, jetzt gewann er den Goldenen Regenwurm. Der Bioland-Landesverband Bayern verleiht den an Biolandwirte, die viel für Förderung der ökologischen Landwirtschaft geleistet haben. In diesem Jahr war Schmidt einer von drei Preisträgern. Zur feierlichen Auszeichnung hatte der Verband zur Bioland-Wintertagung ins Kloster Plankstetten geladen.

Dem Engagement von Josef Schmidt sei es zu verdanken, dass der wirtschaftlich arme, an Natur aber reiche Steinwald heute eine Öko-Modellregion ist. Schmidt initiiert erfolgreich regionale Biolandbau-Projekte, er tut sich mit anderen zusammen und treibt gemeinsam die Entwicklung vorwärts, heißt es in der Laudatio. "Wie lebendig der ländliche Raum ist, hängt sehr vom Engagement einzelner Menschen ab. Josef Schmidt sieht die Potenziale in seiner Region und bringt sie zum Aufblühen", so Bioland-Landesvorsitzender Josef Wetzstein.

Bio zu den Menschen

Konkret erhielt Schmidt den Goldenen Regenwurm für seine Idee einer gemeinschaftlichen Getreideerfassung und -vermarktung. Schmidt ist damit noch nicht am Ende: "Mein Ziel ist es, die Kulturlandschaft im Steinwald durch den Biolandbau zu erhalten. Wichtig ist dabei, die Wertschöpfung in der Region zu halten", sagt Schmidt. "Wir wollen eine regionale Wertschöpfungskette für Bio-Produkte aufbauen und dazu Landwirte, Verarbeiter und Händler noch stärker vernetzen. Wir wollen Bäcker gewinnen, die regional erzeugtes Bio-Getreide verarbeiten. Und wir wollen Metzger begeistern, Bio-Tiere zu schlachten und zu verarbeiten." Damit möchte Schmidt Transportwege für Tiere verkürzen. Das sichere zudem Arbeitsplätze in der Region. "Als weiteres Ziel wollen wir Bio-Essen in die Großküchen unserer Region bringen." Auch den Bio-Tourismus möchte Schmidt wiederbeleben und "Gäste auf unsere schöne Landschaft aufmerksam machen."

Mit seiner Lebensgefährtin Andrea betreibt Schmidt den Hof Grenzmühle seit 2011 nach Bioland-Richtlinien. Dort züchtet er Rotes Höhenvieh und baut Gemüse- und Getreide an. Auf 60 Hektar hält er seine Rinderherde. 2008 hat er die vom Aussterben bedrohte Rasse in ihrer ursprünglichen Heimat angesiedelt. Die Tiere werden in der Landschaftspflege eingesetzt. Schmidt züchtet die Tiere um die Rasse zu erhalten und zur Fleischerzeugung.

Bayerns erster Mohnbauer

Weiterhin baut Josef Schmidt als erster biologisch wirtschaftender Bauer in Bayern Mohn an. Er möchte damit der Kulturpflanze zur Renaissance verhelfen und den Bio-Bauern im Steinwald nach dem Vorbild des Waldviertels in Österreich ackerbauliche Perspektiven schaffen.

Bei der Wiesenmeisterschaft des Bund Naturschutz und der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) überzeugte er die Jury mit einem umfassenden Konzept einer besonders naturschutzgerechten Beweidung mit dem vom Aussterben bedrohten Roten Höhenvieh. Auf der prämierten Weide fanden sich 52 verschiedene Kräuter und Leguminosen. Der Betrieb steht als "Demonstrationsbetrieb Ökolandbau" auch Schulklassen offen. Im Hofladen werden frisches Gemüse und Eier, hochwertiges Rind- und Schweinefleisch sowie alte Getreidesorten wie Dinkel, Emmer oder Einkorn vermarktet.
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