IHK-Geschäftsführer Florian Rieder zeigt Mittelständlern der Region Chancen auf
Digitalisierung in Erfolg ummünzen

IHK-Geschäftsführer Florian Rieder (links) in den Räumen des Maschinenbaubetriebes von Alfons Meierhöfer über Digitalisierung. Der Kreisvorsitzende der Mittelstandsunion Tirschenreuth, Leonhard Zintl (von links), dankte ihnen mit kleinen Präsenten. Bild: mez
Wirtschaft
Erbendorf
11.04.2016
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Zum Thema "Digitalisierung 4.0" tauschten sich die Kreisverbände der Mittelstandsunion Tirschenreuth und Neustadt/WN mit IHK-Geschäftsführer Florian Rieder aus. Dieser zeigte in der Diskussionsrunde in den Räumen der Firma AM Maschinenbau die Potenziale, aber auch die Herausforderungen dieses Themas für die Nordoberpfalz auf.

Rieder definierte das häufig verwendete Schlagwort "Digitalisierung 4.0" näher. 94 Prozent der deutschen Unternehmen sähen sich von der Digitalisierung betroffen, 83 Prozent davon erkennen hier die Möglichkeiten für hohe Umsatzsteigerungen. Die sogenannten "Industrie 4.0-Angebote" litten teils unter überzogenen Erwartungen, die Gefahr liefen, enttäuscht zu werden.

Im Kern drehe sich das Konzept um die digitale Verknüpfung von Produktion, Marketing und Logistik. Das "4.0" stehe nach dem mechanischen Webstuhl, der Massenproduktion und der ersten Automatisierungswelle für die vierte große industrielle Revolution. Unternehmen versprechen sich laut Rieder in erster Linie hohe Effizienzgewinne und eine höhere Flexibilität bei der Auftragsabarbeitung.

Auch der Tirschenreuther Kreisvorsitzende Leonhard Zintl ging auf die technische Entwicklung ein. Er erinnerte an die vielen Jahrzehnte, die es gedauert hat, bis jeder Haushalt einen Radio oder einen Fernseher hatte. Das Smartphone habe sich dagegen nach rund eineinhalb Jahren weltweit durchgesetzt.

Das Thema steht aber nicht nur bei Großunternehmen auf der Agenda, sondern auch bei kleinen und mittelständischen Betrieben. Exemplarisch nannte Rieder die Firmen RMZ in Erbendorf, IGZ in Falkenberg und speed4trade in Altenstadt/WN. Selbst bei alteingesessenen Familienbetrieben habe die Digitalisierung Einzug gehalten und zu Umsatzsteigerungen geführt. Die Wirtschaftsvertreter machten bewusst, dass in Zeiten des Fachkräftemangels die Schaffung neuer Berufsfelder notwendig ist. Für diese sei aber oftmals eine höhere Qualifikation notwendig. Die größte Gefahr der Digitalisierung ist laut Rieder die Datensicherheit. Unternehmensprozesse werden sichtbarer und sind vor Hackerangriffen nie komplett geschützt.

Helmut Hör vom Wirtschaftbeirat Bayern erinnerte, dass in der Nordoberpfalz rund 15 000 Arbeitsplätze im Bereich der Automatisierung mittlerweile gebunden sind, was für ganz Deutschland eine Art Vorbildfunktion habe. Florian Rieder regte abschließend an, die Angebote der OTH im Technologien-Transfer zu nutzen. Auch können staatliche Hilfen Unterstützung bieten, so der geplante Digitalbonus oder die digitalen Gründerzentren des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.
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