Regale statt Schule
Auszubildende bei Panzer Shopconcept

Anna Pollinger (links) und Olivia Koch arbeiten im zweiten Lehrjahr bei der Firma Panzer Shopconcept in Erbendorf. Die Arbeit macht ihnen nach wie vor viel Spaß. Bild: pzaf
Wirtschaft
Erbendorf
09.03.2016
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Frauen in handwerklichen oder technischen Berufen sind immer noch selten. Der Girls' Day bietet Handwerksunternehmen die Chance, ihre Sparte Mädchen vorzustellen. Dieses moderne Angebot nutzt auch die Firma Panzer aus Erbendorf.

Olivia Koch aus Wurz hat eigentlich Grundschullehramt studiert. Aber gefallen hat ihr das nach einiger Zeit nicht mehr, obwohl sie ihr Examen erfolgreich abgeschlossen hat. "Ich habe im Studium schon immer die Bauarbeiter von gegenüber beneidet, die nicht lernen mussten, so wie ich", erzählt die 25-Jährige. Jetzt lernt sie Schreinerin im zweiten Jahr bei der Ladenbaufirma Panzer Shopconcept GmbH & Co. KG in Erbendorf.


Auch Anna Pollinger wollte keinen Beruf, bei dem sie nur am Computer sitzt. Festgestellt hat sie das aber nicht am Girls' Day, bei dem Firmen und Unternehmen Mädchen für handwerkliche Berufe begeistern können. "Als Kind habe ich schon überall Nägel mit dem Hammer reingeschlagen", lacht sie. Die 19-jährige Falkenbergerin ist wie Koch im zweiten Lehrjahr bei der Firma Panzer.
"Eine Ausbildung im Handwerk ist Gold wert", stellt der Leiter des Arbeitgeberbereichs bei der Agentur für Arbeit Weiden, Klaus Gredinger, fest. Auszubildende in handwerklichen Berufen seien mittlerweile Mangelware. Von 2000 offenen Ausbildungsstellen im Jahr 2015 seien nur 1600 besetzt worden. "Viele haben ein veraltetes Bild von diesen Berufen", meint er.

Kein Vergleich mehr


Durch hochwertige Maschinen seien Handwerksberufe aber kein Vergleich mehr zu früher. Bei körperlichen Schwierigkeiten für Frauen in Handwerksberufen, gebe es Möglichkeiten, einige Prozesse einfacher zu gestalten, sagt der Ausbildungsleiter Bernhard Neumann.

Dennoch gestaltet sich die Suche nach Azubis auch bei Panzer schwierig. "Wenn wir zehn Bewerbungen bekommen, dann ist das schon viel", sagt Neumann, der seit acht Jahren bei Panzer arbeitet. Von den Azubis Olivia Koch und Anna Pollinger kann er nur Gutes sagen. "Es ist einfach positiv fürs Betriebsklima, wenn nicht nur Jungs bei uns arbeiten."

Die Ladenbaufirma, die es seit 1962 gibt, beschäftigt derzeit 135 Mitarbeiter, davon fünf Schreiner in Ausbildung. Die Firma wirbt auch damit, dass die Azubis nach ihrem Abschluss fast immer übernommen werden. Beim Girls' Day ist Panzer Shopconcept schon seit vier Jahren vertreten. Neumann informiert dort über den Beruf des Schreiners und möchte so das Interesse der Mädchen wecken. Er weist auch auf die Zukunft hin. "Nach der Ausbildung kann man bei uns in vielen Hinsichten weiterkommen, zum Beispiel im Bereich Innenarchitektur", erklärt Neumann. Wenn die technische Grundlage gegeben sei, stehe auch der Weiterentwicklung in anderen Bereichen nichts mehr im Weg.
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