Steinwald-Allianz: Eine Million Euro für jede der 16 Mitgliedskommunen
Millionen für den Wegebau

Wirtschaft
Erbendorf
16.01.2015
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Eine Million Euro für jede Kommune der Steinwald-Allianz. Damit lässt sich etwas anfangen. Was das im Detail sein soll, war Thema bei der Arbeitskreissitzung Kernwegenetz.

"Der Steinwald-Allianz mit ihren 16 Mitgliedskommunen ist es gelungen, in das neue Programm Interkommunales Kernwegenetz zu kommen", freute sich der Vorsitzende der Steinwald-Allianz, Bürgermeister Hans Donko, bei der ersten Arbeitskreissitzung im Kulturspeicher. Jeder Mitgliedskommune steht dabei eine Förderung von rund einer Million Euro zur Verfügung. "Es ist das momentan bestgeförderte Wegebauprogramm", betonte Donko.

Im Zuge der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) sind für den Wegeausbau auf dem Gebiet der Steinwald-Allianz vier Gebietskulissen vorgesehen. Eine davon ist der Bereich der Stadt Erbendorf und die Gemeinden Friedenfels, Krummennaab und Reuth bei Erbendorf.

Neben den Bürgermeistern Gottfried Härtl aus Friedenfels, Uli Roth, Krummennaab, und Werner Prucker aus Reuth bei Erbendorf sowie den Vertretern der Jagdgenossenschaften, Staatsforsten sowie der Stadt- und Gemeindeverwaltungen nahm auch der Beauftragte für das Kernwegenetz, Andreas Danzer von der Landessiedlung des Bayerischen Bauernverbandes, teil.

In dieser Arbeitskreissitzung gehe es darum, eine Einigung über die ins Förderprogramm aufzunehmenden Wege und Straßen zu erzielen. Hans Donko hob heraus, dass dabei auch die gemeindeübergreifende Vernetzung wichtig sei.

Auch Vorhandenes nutzen

Projektbegleiter Andreas Danzer stellte Einzelheiten zum Interkommunalen ländlichen Kernwegenetz vor. "Es umfasst diejenigen Strecken der Gemeinde, die künftig stärker als die übrigen Wege den landwirtschaftlichen und außerlandwirtschaftlichen Schwerlastverkehr aufnehmen und zu diesem Zweck ausgebaut werden müssen." Dabei könnten vorhandene Wegtrassen ebenso genutzt werden wie die Erschließung der freien Feldflur und des Waldes.

"Wichtig an diesem Programm ist der interkommunale Gedanke", betonte er. "Kernwege machen nicht Halt an Gemeindegrenzen." Auch sei an die Multifunktionalität zu denken. "Sie dienen nicht nur der Landwirtschaft, sondern werden auch in den Bereichen Freizeit und Tourismus genutzt." Durch dieses Programm sei es auch bei den Vorplanungen möglich, eventuell durch Umfahrungen Ortschaften zu entlasten.

Oberstes Ziel sei die weitmaschige Erschließung der Feld- und Waldflur mit einer möglichst gleichmäßigen Netzbildung an Kernwegen. Diese seien nach Danzer durchgängig befahrbar und beiderseits an übergeordnete Straßen angebunden. "Damit haben sie auch Verbindungsfunktionen von land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftungseinheiten.

Der Projektleiter sprach auch die Vorgaben an. So müssen die Wege für ein zulässiges Gesamtgewicht von 40 Tonnen ausgelegt sein. Die Fahrbahnbreite soll mindestens 3,50 Meter mit beidseitig befestigten Seitenstreifen von jeweils einem dreiviertel Meter betragen. Vorgesehen ist in freier Flur die Ausführung mit Asphalt und im Wald abweichend mit Schotter.

Geld reicht nicht für alles

"Mit den zugesagten Fördergeldern kann aber nicht das ganze vorhandene Wegenetz ertüchtigt werden", merkte Danzer an. Für die Planungen sei es allerdings wichtig, dass das zukünftige Kernwegenetz auf lange Sicht angelegt werde. Deshalb werden die Wege in drei zeitliche Ausbauprioritäten eingeordnet. "Erste Priorität haben die Ausbauten in den nächsten zehn Jahren, die dringend erforderlich sind." Ausbauten, die mittelfristig angezeigt sind, seien in der Prioritätsstufe zwei, andere in Stufe drei.

Bereits in dieser ersten Sitzung erörterten die jeweiligen Gemeindevertreter entsprechende Ausbaustrecken. Bürgermeister Donko forderte die Teilnehmer auf, bei Bedarf bis zur nächsten Arbeitskreissitzung weitere Kernwegevorschläge einzubringen. "Wir müssen aber die Fähigkeit zum Kompromiss haben", merkte Donko an. Denn mit einer Million Euro sei gerade einmal der Ausbau von wenigen Kilometern möglich.

Wie Danzer anmerkte, werde nach Vorliegen sämtlicher Kernwege aus den vier Gebietskulissen im Frühjahr eine Bestandsaufnahme durchgeführt. "Bis zum Sommer könnte dann das Konzept abgeschlossen sein."
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