Vortrag des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung
Der tägliche Mist

Brechend voll war die Stadthalle in Erbendorf bei einem Fachvortrag des VlF über Güllegruben und Fahrsiloanlagen. Hauptreferent Wolfgang Willutzki (stehend, links) sowie Vorsitzender des VlF-Kreisverbandes Tirschenreuth, Helmut Grillmeier (stehend rechts) freuten sich über die Beteiligung. Bild: hfz
Wirtschaft
Erbendorf
16.03.2016
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Fahrsilos, Güllegruben und Mistlager beschäftigen viele Landwirte gezwungenermaßen tagtäglich. Dass Mist anfällt, ist klar. Doch wie geht man bei der Entsorgung damit um?

Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung im Landkreis Tirschenreuth (VlF) hatte zu einer Fachveranstaltung eingeladen, bei dem das Thema Fahrsilos, Güllegruben und Mistlager behandelt wurde. Vor allem die Frage, wie diese Anlagen absolut dicht gemacht werden können, damit die Umwelt nicht belastet wird, sollte behandelt werden. Dicht war die Veranstaltung dann aber im doppelten Sinn: statt der erwarteten 30 bis 50 Landwirte wollten sich fast 200 Personen über das Thema informieren. Der Raum in der Stadthalle Erbendorf platzte aus allen Nähten.

Ordnungsgemäßer Betrieb


VlF-Geschäftsführer Wolfgang Wenisch freute sich über das Interesse. Er zeigte anhand von Bildern, worauf zu achten ist, was nicht zulässig ist und wie es besser gemacht werden kann. Besonders hob er hervor, dass der Bau der sogenannten JGS-Anlagen - JGS stehe für Jauche, Gülle, Silo - die eine Seite der Medaille, der ordnungsgemäße Betrieb aber die andere ist. Beides müsse optimal umgesetzt werden.

Den Fachvortrag des Abends bestritt Architekt Wolfgang Willutzki, Bauberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Sein Schwerpunkt war der Anlagenbau von Güllegruben und Silos, die Instandsetzung von Fahrsilos und ein Ausblick auf die anstehenden zusätzlichen rechtlichen Regelungen. Er plädierte für sechs Schritte zum sicheren Bauen: exakte Grundlagenermittlung und Standortwahl, detaillierte Planung, eine professionelle Vergabe an Fachfirmen, genaueste Objektüberwachung während des Baus, eine ordnungsgemäße Endabnahme und eine saubere Dokumentation aller Fortschritte und Ereignisse beim Bau.

Rege Diskussion


Abschließend stellte der Referent noch den derzeitigen Sachstand der anstehenden gesetzlichen Änderungen und die zu erwartenden Auflagen vor. In der Diskussion stellten die Landwirte noch viele Fragen. So kam etwa zur Sprache, dass bei genehmigungsfreien Fahrsiloanlagen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlichen Auflagen beim Landwirt liegt. "Genehmigungsverfahrensfrei bedeutet keinesfalls rechtsfrei", so der Architekt. Die rechtlichen Vorschriften müsste der Landwirt einhalten, ohne dass dies direkt von der Genehmigungsbehörde betreut wird. VlF-Vorsitzender Helmut Grillmeier bedankte sich mit einem Landkreis-Korb, zusammengestellt aus Produkten der landwirtschaftlichen Direktvermarkter des Landkreises.
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