Ausstellung von Günther Holzapfel zeigt Schülern besonderen Kreuzweg
Künstler mit Handicap

Die Kinder waren beeindruckt von Günther Holzapfels (links) Lebensgeschichte und von seinen Bildern. Bild: rn

Den Kreuzweg einmal anders erlebten die Schüler der 3. und 4. Klassen der Markus-Gottwalt-Schule. Dazu gehörte ein Blick in die Welt von Behinderten und deren Lebensenergie. Mit den Lehrkräften Karin Kumpf, Gabriele Gabriel und Herbert Gröger unternahmen sie eine "Wallfahrt" ins Pfarrheim Kirchenthumbach. Dort erwartete sie Fußmaler Günther Holzapfel inmitten einer Ausstellung seiner Bilder.

Sie erlebten einen seit Geburt spastisch gelähmten Künstler, der sich weder selbst bewegen noch normal sprechen kann, im Rollstuhl sitzt und sich selbst als sehr glücklichen Menschen bezeichnet. Die Schüler erfuhren von seinem Lebenstraum "Malerei", den er sich im Verlauf vieler Jahre verwirklichte. Holzapfel stellt seine Bilder nicht nur in vielen deutschen Städten, sondern auch in Australien, England, Japan, Kanada oder Österreich aus.

Die Lebenshilfe des 73-Jährigen in Kirchenthumbach war Barbara Raps. Sie erzählte viel aus dem Leben Holzapfels und half, die Fragen der Schüler zu beantworten. Günther Holzapfel führte den Kinder das Malen mit dem Fuß vor. Geschickt nahm er einen Stift zwischen seine Zehen und zeichnete einen Holzstapel und einen Apfel - seinen Namen in Zeichensprache - ebenso geschickt, als hielte er den Stift in seiner Hand.

Von seinem Können zeugten auch die wundervollen, mit kräftigen Farben gemalten Kreuzweg-Darstellungen. Auf einem der Bilder war auch ein Rollstuhlfahrer zu sehen. Er sollte neben dem Maler vor allem auf das Alltagsleben hinweisen, bei dem Menschen Situationen erleben, die sie lähmen und fesseln.

Den Kindern bot sich Gelegenheit, selbst einmal mit Füßen zu malen. Für diese Lernstation waren in einer Sitzecke Stifte und Papier ausgelegt. Die Klassensprecher bedankten sich mit kleinen Präsenten für den "Kreuzweg", der sie reich beschenkte - innerlich und äußerlich.
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